Ein militärhistorisches Spektakel haben einige Tausend Besucher am Wochenende am Schloss Hundisburg und im Landschaftspark erlebt. Mit dem Friedensfest wurde an die Zeit der napoleonischen Befreiungskriege und das Friedensfest vor 200 Jahren auf dem Schloss erinnert.

Hundisburg/Althaldensleben l Es war eine Zeitreise 200 Jahre zurück, wie sie authentischer fast nicht hätte sein können. Das dreitägige Friedensfest im Landschaftspark Althaldensleben-Hundisburg und auf dem Schlossgelände war ein historisches Spektakel, das seines Gleichen sucht. Einige Tausend Besucher haben erlebt, wie die Zeit Napoleons und die Gefechte rund um Magdeburg sowie Hundisburg abgelaufen sein sollen. Und das hautnah.

Zunächst begann das Friedensfest am Freitagabend mit einem Streifzug durch die Geschichte vor 200 Jahren im Kloster Althaldensleben. Dann konnten die zahlreichen Besucher erleben, wie Mitglieder der Militärakademie Warschau und Bürger aus Haldensleben damalige Rekrutierungen nachstellten.

Der Haupttag des Friedensfestes war der Sonnabend. Spielszenen wie der morgendliche Appell auf dem Schlosshof, bei dem die preußischen, polnischen und französischen Truppen antraten, eröffneten das militärhistorische Spektakel. Höhepunkte für die geschätzten 2500 Zuschauer am Sonnabend waren die vier Gefechte zwischen den preußischen, französischen und polnischen Truppen im Landschaftspark. Dabei schenkten sich die Bataillone nichts, es wurde geschossen, was die Gewehre und Kanonen hergaben. Die Gefechte waren dabei so authentisch, dass so mancher Zuschauer - vor allem kleinere Kinder - vor Schreck zusammenzuckten, wenn die Kanoniere feuerten.

Wie vor 200 Jahren wollte natürlich keine Seite verlieren. Und so gab es am Ende der Gefechtsvorstellungen ein Unentschieden. Denn mal durften die Preußen siegreich vom Schlachtfeld gehen, mal die napoleonischen Truppen.

Zwischen den Gefechten und auch am Sonntag konnten die Besucher in die Biedermeierzeit eintauchen. Auf dem Schlosshof war ein Biedermeiermarkt mit verschiedensten Angeboten aufgebaut worden. Hier bot ein Schuhputzer seine kostenlosen Dienste an, ein Schmied zeigte die alte Handwerkskunst, Theaterstücke wurden gespielt und vieles mehr. Kinder und Jugendliche konnten mit alten Schreibgeräten die 200 Jahre alte Kurrentschrift erlernen, Körbchen flechten oder sich bei historischen Holzspielen vergnügen.

Beliebt waren auch die Touren mit einer alten Postkutsche. Gezogen von vier Rössern fuhr die Postkutsche durch Hundisburg und den Landschaftspark. Einen Ausflug wert war auch das Militärlager. Im Obstgarten hatten die Truppen ihre Zelte nach altem Vorbild aufgeschlagen. Geschlafen haben die Darsteller darin tatsächlich. Und das nach eigenem Bekunden auch ganz gut. Das Strohlager soll warm gehalten haben, wie sie sagten.

Ein weiterer Höhepunkt am Sonnabend war der Ball zur Erinnerung an das Friedensfest in den Sälen auf Schloss Hundisburg. Es wurde für die zahlreichen Gäste ein rauschendes Fest mit Vier-Gänge-Menü nach historischen Rezepten sowie Tanzdarbietungen des Paretzer Liebhabertheaters und historischer Musik geboten. Den krönenden Abschluss bildete ein fantastisches Höhenfeuerwerk im Barockgarten. Zum Ball waren die Gäste in historischen Kostümen, die man sich vor Ort ausleihen konnte, erschienen.

Am Sonntagmorgen wurden den Besuchern nochmals Spielszenen am Schloss geboten. Außerdem lockten der Biedermeiermarkt, Theateraufführungen und Spiele für Kinder.

Veranstalter des Friedensfestes waren der Verein Kulturlandschaft Haldensleben-Hundisburg, die Stadt Haldensleben sowie der Militärhistorische Verein "Leib-Infanterie-Regiment". Mit dem Spektakel erinnerten sie an das Jubiläum 200 Jahre Militärlager zur Einschließung Magdeburgs sowie an das damals von Johann Gottlob Nathusius ausgerichtete Friedensfest.

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