Die Bewohner der Fa- brikstraße können hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. Der Schwerlastverkehr soll bald über die Schwimmbadstraße fahren. Die Planungen für die neue Zufahrt beginnen. Im September soll der Entwurf vorliegen.

Wolmirstedt l Die Anwohner der Fabrikstraße sind seit langem genervt. Große und schwerbeladene Lkw fahren auf der mittelalterlich anmutenden Kopfsteinpflasterstraße nah an den Grundstücken vorbei. So nah, dass sich oft Mütter mit Kinderwagen in den Auffahrten der Grundstücke in Sicherheit bringen müssen. Der Schwerlastverkehr kommt zu jeder Tages- und Nachtzeit aus ganz Europa in diese Straße. Die Brummifahrer haben keine Wahl. Eine andere Zufahrt zum ansässigen Stahlbaubetrieb gibt es nicht.

Dieser Zustand ist Lutz Hexel und seinen Nachbarn schon lange ein Dorn im Auge. Seit 2011 leben sie mit den Brummis am Gartenzaun, beinahe ebensolange machen sie im Rathaus auf das Problem aufmerksam. "Staub und Lärm nehmen derzeit in der Fabrikstraße immer mehr überhand", sagt Lutz Hexel. Es lohne sich für ihn derzeit gar nicht mehr, das Auto zu waschen, da sich der von den Transportern aufgewirbelte Staub auf alles legt, was sich am Rande der Straße befindet.

"Staub und Lärm nehmen in der Fabrikstraße immer mehr überhand."

Lutz Hexel, Anwohner

Die Frage, warum sie an einer solchen Straße gebaut haben, ist leicht zu beantworten. Die Häuser sind entstanden, als das angrenzende Gebiet noch eine Pferdekoppel war. Dennoch, auch wenn sich inzwischen zwei Großbetriebe angesiedelt haben, sehen die Hausbesitzer deren Existenz nicht als Problem. Lutz Hexel und Nachbarn hoffen lediglich auf eine Zufahrt des Schwerlastverkehrs über die Schwimmbadstraße. Diese Hoffnung wurde im Hauptausschuss genährt. Die Mitglieder stimmten einem Vorgriff auf den Haushalt 2014 zu. Damit können aus dem Stadtsäckel 23861 Euro für die Erarbeitung eines Bebauungsplanes entnommen werden. Die Entscheidung fiel einstimmig, obwohl der Haushalt noch nicht bestätigt ist und mit über einer dreiviertel Million Euro im Minus steht.

Derzeit ist das Gebiet zwischen Schwimmbadstraße und Fabrikstraße als Mischgebiet konzipiert, sowohl Wohnbebauung als auch Gewerbe finden darauf Platz. Das soll auch in Zukunft so bleiben, nur sollen im Zuge des neuen Bebauungsplans Wohngebiet und Gewerbebereich entflochten werden. Wichtigstes Element wird die Zufahrt über die Schwimmbadstraße sein.

Dieses Interesse teilen neben den Anwohnern auch die beiden großen Gewerbetreibenden Schumann Tank- und Stahlbau GmbH sowie Segmentbehälterbau (SBB). Beide Firmeninhaber wollen endlich Nägel mit Köpfen machen. Sie haben bereits untereinander notwendige Grundstückskäufe und -verkäufe getätigt. Noch stehen allerdings Garagen im Wege.

Der neue Bebauungsplan ist notwendig, weil damit langfristige Planungssicherheit geschaffen wird. Andreas Eberhardt, Chef der Firma Segment-Behälter-Bau, hofft auf schnelle Bearbeitung, denn er hat große Pläne. "Wir wollen in Kürze eine neue Produktionshalle errichten", sagt er, "im Zuge dessen werden neue Arbeitsplätze entstehen."

Segment-Behälter dienen der Bevorratung von Löschwasser, werden von Großbetrieben in ganz Europa angefordert und ebenfalls auf dem Areal zwischen Schwimmbadstraße und Fabrikstraße produziert. Firmenzufahrt für SBB ist bereits die Schwimmbadstraße.