Glindenbergs stellvertretender Ortsbürgermeister Thomas Schlenker (Grüne) sorgt sich um die Entwicklung Glindenbergs. Er sieht den Ortsteil insbesondere bei der Wirtschaftsförderung benachteiligt.

Wolmirstedt l Die Gewerbeflächen Wolmirstedts werden im Stadtentwicklungskonzept unterschiedlich bewertet (Volksstimme berichtete). Dem Gebiet in Glindenberg hinterm Mittellandkanal wird im Konzept wegen Vernässungsproblemen keine große Zukunft eingeräumt. "Es müsste zu viel Boden aufgeschüttet werden", merkt Doris Bunk vom Fachdienst Immobilien und Planung des Wolmirstedter Rathauses an, "die Kosten wären immens."

Das sieht Thomas Schlenker ganz anders. "Die gelegentlichen Einflüsse des Grundwassers sind keine Hinderungsgründe, sondern stellen berechenbare hydraulische Größen für eine Bauwerksgründung dar", sagt Schlenker. Weiterhin sieht er im Ausbau des Glindenberger Gewerbegebietes noch einen weiteren Vorteil. "Die Gewerbefläche am Schiffshebewerk wurde bereits 1992 aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert." Damit sieht Schlenker im Gegensatz zur Entwicklung des Gewerbegebietes Mose Nord einen Vorteil, weil bei der Entwicklung des Gewerbegebietes am Schiffshebewerk keine naturschutzrechtlichen Einwände mehr zu erwarten seien. Die gibt es beim Gewerbegebiet Mose Nord, das dennoch wegen der Nähe zur künftigen A 14 favorisiert wird.

Thomas Schlenker hat für Glindenberg sogar schon ganz konkrete Visionen vor Augen. "Bei der Vorstellung des Stadtentwicklungskonzeptes im Rathaus habe ich angeregt, dass die Stadt Wolmirstedt im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit die Gewerbefläche Glindenberg mit der Landeshauptstadt Magdeburg gemeinsam entwickelt." Das Ziel sieht Schlenker deutlich vor Augen. Das Exposé soll der Ikea-Deutschlandzentrale angeboten werden. "Ikea direkt am europäischen Wasserstraßenkreuz, das ist ja wohl ein guter Werbeträger", so Schlenker, "die Fläche liegt direkt an der Autobahnabfahrt und ist von Weitem allseits sichtbar."

Eine Ikea-Ansiedlung in der Innenstadt hatte die Volksstimme bereits als Aprilscherz verkauft. Thomas Schlenker sieht das Gebiet hinter dem Kanal jedoch als ernsthafte Alternative. Von den Stadtplanern wurde dieser Vorschlag vorerst nicht kommentiert.

Der stellvertretende Ortsbürgermeister von Glindenberg fühlt den Ortsteil noch in einer weiteren Angelegenheit von der Stadt schlecht vertreten. Er vermisst den Bau eines Radweges am Rande der Kreisstraße 1170. Diese Straße wird derzeit von der Stelle hinterm Mittellandkanal bis zur Brücke über die A2 saniert. Dafür fließen Mittel aus dem Fluthilfefonds des Landes in Höhe von 172000Euro. "Es wäre eine gute Möglichkeit, gerade jetzt, im Zuge der Straßensanierung einen Radweg anzulegen", so Schlenker, "und ich erwarte von der Stadt Wolmirstedt, dass sie sich dafür beim Landkreis stärker einsetzt." In diesem Punkt bekommt Schlenker Schützenhilfe vom Ortsbürgermeister Alfons Hesse. Auch er hielte den gleichzeitigen Radwegebau für sinnvoll, meint aber: "Es ist wohl eine versäumte Gelegenheit."

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