Wolmirstedt l "Es gibt drei gute Gründe, warum wir Historisches sammeln", erläutert Museumsleiterin Anette Pilz, "aus wissenschaftlicher Neugier, um Kulturgut für die Nachwelt zu erhalten und um Entwicklungen zu dokumentieren." Zum Internationalen Tag des Museums am 18. Mai werden in der Zeit von 10 bis 17 Uhr die neuesten Ergebnisse unter dem Motto "Sammeln verbindet" einer breiten Öffentlichkeit bei freiem Eintritt zugänglich gemacht.

Im Falle von Wolmirstedt wurde in den vergangenen Wochen gezielt viel Wissens- und Sehenswertes zur Entwicklung der Fotografie zusammengetragen. Das hat seinen tieferen Sinn, wie die Museumsleiterin erläutert, denn vor fast drei Jahrhunderten lebte einer der Pioniere der Fotografie im Altkreis. Das heißt, zum Internationalen Museumstag am kommenden Sonntag wird die Lebensgeschichte des Colbitzer Johann Heinrich Schulze neu beleuchtet, dessen Todestag sich 2014 zum 270. Mal jährt.

Zeitgleich soll die Ausstellung einen tieferen Einblick in die rasante Entwicklung der Fotografie geben.

Anette Pilz verspricht nicht zu viel, wenn sie betont, dass die Sonderausstellung "Johann Heinrich Schulze und die Fotografie", die offiziell am 17. Mai um 19 Uhr im Museum eröffnet wird, zu den sehenswertesten und nachhaltigsten der vergangenen Jahre gehört.

In Zusammenarbeit mit dem Museumshof Colbitz wurden dafür nicht weniger als 140 Kameras und Objektive zusammen getragen. Wie Hartmut Lehmann, der die Ausstellung inhaltlich betreut, betont, sind die ältesten Exponate über 120 Jahre alt, "und sollen dokumentieren, wie sich die Fotografie - das heißt, die Kameratechnik und die Bildqualität - in den vergangenen Jahrhunderten entwickelt hat."

Der Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Lebensgeschichte von Johann Heinrich Schulze. Er gilt als der Entdecker der Lichtempfindlichkeit der Silbersalze, was für die Fotografie von epochaler Bedeutung war. Neben der Biografie des Universalgelehrten werden auf 19 Informationstafeln und zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotos die Geschichte des Fotografiegewerbes in Wolmirstedt dargestellt.

Mit einem besonderen Experiment warten am Sonntag im Rahmen der Ausstellung die Mädchen und Jungen der Grundschule "Johann-Heinrich Schulze" aus Colbitz auf. Sie werden die bedeutende Entdeckung ihres Namensgebers in historischen Kostümen im Museum nachstellen. Bereits um 14 Uhr finden sogenannte Umfeldaktionen zur Fotografie ganz speziell für Kinder statt.

Wie die Museumsleiterin abschließend betont, wird an diesem Tag aber nicht nur die neue Ausstellung für die Besucher zugänglich sein, "sondern das gesamte Haus offen stehen". Ein Blick hinter die alten Gemäuer des 1927 von Lehrer Hans Dunker gegründeten Heimatmuseums lohnt sich allemal. Nach Aussagen von Anette Pilz beherbergt das heutige Kreismuseum auf der Schlossdomäne weit über 50000 Objekte. Die wiederum setzen sich aus verschiedenen Sammlungen zusammen, wobei die Ur-und Frühgeschichte den größten Bestand darstellt. Es folgt die Kulturgeschichte, die sich vor allem in Textilien, Hausrat, Leuchten, Werkzeugen, aber auch Gemälden und Möbeln dokumentiert. Sehenswert sind die Bibliothek und das Archiv, die unzählige wertvolle Fotos, Urkunden, Chroniken und Postkarten beherbergen. Außerdem wird die alte Feldschmiede vor den Toren des Museums arbeiten.