Niederndodeleben l Das Baugebiet rund um den Bördering ist eine Goldgrube für die Gemeinde geworden. Die Verkaufserlöse haben längst die Millionengrenze überschritten. Allerorten drehen sich Kräne und Betonmischer. Schmucke Stadtvillen und Einfamilienhäuser entstehen am Dorfrand in direkter Nähe zur Kita "Börderübchen". Der unerwartete Ansturm auf die Grundstücke hat die Gemeinde überrascht. Und sie macht weiter.

So soll es auf der früher als Gewerbeland geplanten Fläche östlich des Stadtbergs weitergehen. Seit 1997 konnten dort kaum Gewerbeflächen vermarktet werden. Jetzt hat die Gemeinde die östlichen Gewerbeflächen als Wohn- und Mischflächen ausgewiesen.

Land direkt vor den Toren der Landeshauptstadt


Potenzielle Häuslebauer stehen Schlange. Bauamtsleiter Rüdiger Schmidt sprach im Gemeinderat von 34 Kaufinteressenten, "ohne dass wir für dieses Bauland je geworben haben. Die Leute werden durch Mund-zu-Mund-Propaganda aufmerksam´."

Die Gründe liegen auf der Hand: Das Bauland direkt vor den Toren der Landeshauptstadt hat gleich mehrere Vorteile. Niederndodeleben liegt im Vergleich zu einigen Baugebieten innerhalb der Stadtgrenzen verkehrstechnisch viel günstiger. Und: Das Niederndodeleber Bauland besticht durch einen guten Preis.

Der Gemeinderat hat in dieser Woche dem Verkauf und der Parzellierung der Grundstücke zugestimmt. Werden alle 33 Grundstücke verkauft, fließen gut anderthalb Millionen Euro in die Gemeindekasse. Hinzukommt ein Plus an Einwohnern. Vor allem Familien mit Kindern sind ein Pfund für die Zukunft der Hohen Börde und ein Erfolg angesichts des demografischen Wandels.

Nächstes Baugebiet bereits im Visier


Diskussionsbedarf gab es im Gemeinderat wegen des geplanten Spielplatzes im Baugebiet. Den hätte der Niederndodeleber Ortschaftsrat gern an einer anderen Stelle und viel größer gesehen. Vorgesehen war eine 818 Quadratmeter große Spielplatzfläche. Die Ortschaft hätte gern eine andere 1800 Quadratmeter große Spielplatzfläche am Rand des Wohngebietes gesehen.

Bauamtsleiter Schmidt verwies darauf, dass gut 800 Quadratmeter "locker für einen vernünftigen Spielplatz" reichen würden. "Selbst in Großstädten wie Wolfsburg sind Spielplätze nicht größer", ergänzte Raumplaner Nils Funke. Bürgermeisterin Steffi Trittel erinnerte an die Pläne der Gemeinde, am Schwimmbad einen großen Spielplatz in zentraler Lage für das ganze Dorf zu errichten. Eine deutliche Ratsmehrheit beließ es bei den 818 Quadratmetern - auch weil bei einem größeren Spielplatz weniger Bauland verkauft werden könnte. Schmidt sprach von 50.000 Euro weniger Einnahmen.

Neben dem Spielplatz wird die Gemeinde auch einen Lärmschutzwall und kleinere Zufahrtstraßen für das neue Baugebiet errichten.

Mittelfristig denkt die Gemeinde schon an das nächste Wohngebiet, die Erweiterung des "Bördeblicks". Noch 2014 will die Gemeinde dort Grundstücke kaufen. 2015 soll dort die Erschließung beginnen. Offen ist noch, ob die Gemeinde oder ein privater Investor Erschließungsträger wird.