Auf Einladung der Kirchengemeinde haben sich die Spitzenkandidaten, die zur Kommunalwahl in Barleben antreten, den Fragen der Bürger gestellt. Die Finanzpolitik der Kommune warf Fragen auf, ebenso die Kandidatur des Bürgermeisters bei der Gemeinderatswahl.

Barleben l In einem zweieinhalbstündigen Forum haben sich die Spitzenkandidaten, die in Barleben für die neue Legislaturperiode auf einen Platz im Gemeinderat hoffen, den Fragen der Bürger gestellt. Die Kirchengemeinde hatte dazu am Mittwochabend in das Gotteshaus Sankt Peter und Paul eingeladen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andreas Richter.

Zu Beginn hatten Bernhard Niebuhr (Liste der FDP), Reinhard Lüder (SPD), Detlef Jungmann (BBB), Klaus Fischer (Linke), Jens Barthel (Piraten), Edgar Appenrodt (FWG) und Wolfgang Rost (CDU, in Vertretung für Manfred Behrens) eine Minute Zeit, sich vorzustellen. Franz-Ulrich Keindorff, Spitzenkandidat für die FDP, ließ sich ebenfalls entschuldigen. Der Barleber Bürgermeister sowie der Bundestagsabgeordnete Behrens nahmen zeitgleich an einer Sitzung des Kreistages teil.

Die Kandidatur Keindorffs für einen Sitz im Gemeinderat war eines der heiß diskutierten Themen am Mittwochabend. So wollte ein Besucher wissen, warum sich der Bürgermeister zur Wahl aufstellen lässt und dann in einer Absichtserklärung festlegt, dass er im Falle des Falles auf sein Mandat verzichten will. "Wir wählen nicht Keindorff, sondern die Verteilung der Stimmen auf die anderen FDP-Mitglieder", kritisierte der Fragesteller. Eine Antwort mussten die anwesenden Kandidaten schuldig bleiben.

Zuvor hatten die Volksstimme bereits weitere Leserreaktionen erreicht, die dem Barleber Gemeinde-Chef "Wahltrickserei" und "vorsätzliche Wählertäuschung" vorwerfen, um Stimmen für seine Fraktion zu sammeln und damit die Sitzverteilung im Gemeinderat zu beeinflussen. Auf Nachfrage der Redaktion bei Keindorff zu den Vorwürfen erklärte dieser: "Mein Herz hängt an Barleben und seiner weiteren positiven Entwicklung. Ich bin seit 24 Jahren tätig in der Gemeinde und halte das für richtig, was wir tun und möchte das auch weiterführen."

Er habe über die Jahre viel Unterstützung und positive Resonanzen für das Erreichte erfahren, jedoch auch "Volksvertreter, die mich und meine Familie durch das Verbreiten von Unwahrheiten persönlich angreifen oder die Arbeit der Gremien bewusst blockieren". Diesen Volksvertretern traue er nicht zu, "dass sie in Barleben etwas Positives bewegen können. Wenn öffentlich erklärt wird, dass ich auf mein Mandat verzichte - wo ist das dann Wahltrickserei?"

Die Kandidatur auf der Liste der FDP sei "die einzig richtige Schlussfolgerung, um für Barleben eine weitere erfolgreiche Arbeit leisten zu können. Dazu brauche ich eben auch die Bestätigung, dass es in Barleben so weitergehen soll wie bisher", erläutert Keindorff weiter. "Vom Standpunkt der Rechtskonformität aus betrachtet, ist meine Kandidatur übrigens absolut korrekt", fügt er hinzu.

Weiterhin stand während des Forums unter anderem die Finanzpolitik der Kommune in der Kritik. An welchen Stellen künftig gespart werden solle, wollte beispielsweise Gemeinderatsmitglied Michael Lange (FWG) wissen, der auf einer der Besucherbänke Platz genommen hatte. Niebuhr und Lüder erklärten, dass diese Frage nicht einfach zu beantworten sei. "Man muss den gesamten Haushalt durchleuchten", sagte Lüder. Barthel schlug vor, beispielsweise Wasserspiele oder Lichtbänder abzustellen. Rost und Appenrodt plädierten unter anderem für eine Reduzierung der Personalkosten in der Verwaltung, insbesondere bei den Honorarverträgen.

Gegen 22 Uhr endete die Veranstaltung. Die Wahl für den neuen Gemeinderat und die Ortschaftsräte in Barleben findet am 25. Mai statt.