Der Abbau von Hürden für eine schnelle Gewerbeansiedlung hat für das Demografie-Team der Hohen Börde Priorität. Mit einem Vertreter der Investitions- und Marketing- gesellschaft (IMG) Sachsen-Anhalt diskutierte das Gremium über Chancen bei der Vermarktung von Industrieflächen.

Irxleben/HoheBörde l Der neue, alle Ortschaften der Hohen Börde umfassende Flächennutzungsplan steht kurz vor der Genehmigung. "Der F-Plan steht. Wir wollen jetzt nach vorn schauen und wissen, was können wir im Detail als Gemeinde noch tun, um unsere Gewerbeflächen optimal potenziellen Investoren anzubieten", fragte Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel in die Runde des Demografie-Teams.

Das Demografie-Team schreibt die 2011 verfasste Demografiestunde der Hohen Börde fort, aktualisiert, setzt neue Schwerpunkte, ent- wickelt gute Ansätze weiter. Die Ansiedlungspolitik für Unternehmen ist ein Eckpfeiler für eine gedeihliche Entwicklung der Gemeinde, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Arbeitsplätze und wegen der Steuereinnahmen.

Die IMG Sachsen-Anhalt vermarktet im Auftrag des Landes hauptsächlich große Industrieflächen für produzierendes Gewerbe und für die Logistikbranche. Von solchen Industrieflächen gibt es so viele nicht in der Hohen Börde. Filetstück ist eine 17 Hektar große Fläche westlich von Hermsdorf, Am Knühl, zwischen "Ball packaging inc." und "Coca Cola". Aber immer wieder sind dort potenzielle Investoren nach anfänglichem Interesse abgesprungen.

"Hermsdorf als autobahnnaher Standort ist bei uns immer wieder bezüglich Industrie- ansiedlungen im Gespräch. Die dortige Industriefläche ist die einzige derart große Fläche an der A2 zwischen Helmstedt und Burg. Andernorts in der Hohen Börde - wie in Irxleben - sind die laut dort geltenden Bauplänen zulässigen geringen Bauhöhen und Lärmschutzwerte bisher nicht passig für industrielles Gewerbe", erklärte IMG-Vertreter Reinhard Milius.

Gewerbeflächen kommen in die Landesdatenbank

Milius ergänzte: "Denn Bau- höhen bis 24 Meter sind für Logistikunternehmen von Interesse, produzierende Unternehmen brauchen große Flächen und machen auch Lärm. Was Investoren außerdem schätzen, sind sofortiges Baurecht, günstige breite Zufahrtsstraßen zur Autobahn, die nach Möglichkeit nicht durch Wohngebiete führen sollten."

Der IMG-Vertreter empfahl der Gemeinde, ihre zur Verfügung stehenden Gewerbe- und Industrieflächen in die Standort-Datenbank auf der IMG Homepage (www.investieren-in-sachsen-anhalt.de) aufnehmen zu lassen. Diese Datenbank steht auch privaten Anbietern von Gewerbeflächen offen.

Milius empfahl außerdem: "Investoren mögen es, Flächen aus einer Hand zu bekommen. Standortverhandlungen mit mehreren Grundstücksbesitzern vor Ort werden meist zum Problem."

Das Demografie-Team verständigte sich darauf, die in Frage kommenden Bebauungspläne hinsichtlich der vorgeschlagenen Faktoren zu untersuchen und gegebenenfalls anzupassen. Allerdings kosten solche Verfahren Geld und Zeit. Und: "Die Wünsche der Investoren sind so vielfältig wie das Leben, was das eine Unternehmen super findet, sorgt bei einem anderen für Stirnrunzeln. Dennoch ist es richtig zu schauen, wo wir gegebenenfalls die Baupläne vor allem im Gewerbedreieck Irxleben-Hermsdorf-Hohenwarsleben optimieren können", merkte Bauamtsleiter Rüdiger Schmidt an.

Das Angebot zur Aufnahme der gemeindlichen Gewerbegrundstücke in die Online-Datenbank der IMG werde die Hohe Börde auf jeden Fall annehmen, bekräftigte das Demografie-Team.