So bunt kann Kirche sein! Etwa 230 Frauen, Männer und Kinder aus Chören, Band und Posaunenchören trafen sich am Sonntag zum Musiktag des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt. Das große Abschlusskonzert ging nicht ohne Zugabe zu Ende.

Haldensleben l Rita Kunze-Tatiuk und Andrea Ulrich vom Kirchenchor Nordgermersleben sitzen mit anderen Sängerinnen und Sängern im bunten Zelt vor der St.-Marien-Kirche in Haldensleben. In wenigen Minuten soll das große Abschlusskonzert beginnen. Die Frauen sind begeistert. Der Nachmittag war anstrengend, doch das Ergebnis ist einmalig.

Seit zwei Monaten üben sie für das Konzert, erzählt Rita Kunze-Tatiuk. Am Sonntag proben die Kirchenchöre aus Barleben, Bebertal, Bülstringen, Niederndodeleben, Nordgermersleben, "Jubilate" aus Behnsdorf, der Gospelchor aus Wolmirstedt, der Paulus-Chor Colbitz, die Kantorei St. Katharinen Wolmirstedt, die Kantorei St. Marien Haldensleben und die Weferlinger Kantorei dann gemeinsam. "Wenn so viele gemeinsam singen, das klingt viel voller", schwärmt Rita Kunze-Tatiuk.

Auch für Andrea Ulrich ist das ein beeindruckendes Erlebnis. Sie hätte in der Kinderkantorei bei Kantor Holtorff angefangen zu singen, erzählt sie, und sei immer dabei geblieben, "seit mehr als 25 Jahren."

"Wir haben für das Konzert schon länger geübt", berichtet Brigitte Dobbelmann von der Weferlinger Kantorei und bezieht dabei auch die Kantorei St. Marien ein. "Einige der Lieder kannten wir auch schon. Ich bin froh und glücklich, dass ich hier dabei sein kann, das ist für mich ein großes Erlebnis. Wenn so viele Sängerinnen und Sänger gemeinsam singen und dann auch noch gemeinsam mit den Kindern und den Instrumentalgruppen. Die Kantoren haben ganze Arbeit geleistet." Und sie ergänzt: "Wir hoffen, dass es eine Wiederholung gibt."

Das hoffen auch Ursula Krause und Ingetraud Spitzner. Die beiden Frauen sind extra aus Bülstringen nach Haldensleben gekommen, um "ihren" Kirchenchor mit den anderen Chören singen zu hören. Gemeinsam mit vielen, vielen Musikfreunden lauschen sie dem Konzert und singen mit, wenn dazu eingeladen wird. Das geht sogar bei einigen Liedern ohne Brille, denn die Lieder sind bekannt.

"Wir freuen uns am Ende des Konzertes über Ihren Applaus" steht auf den Blättern mit dem Programm ganz oben. Und am Anfang halten sich die Zuhörer auch daran, sie klatschen nicht, wenn der Gesang verstummt. Doch als die Mädchen und Jungen der Kinderkantorei St. Marien einige Titel aus dem Musical "Die Götterolympiade" anstimmen, das Ende Juni aufgeführt werden soll, brandet zunächst zaghafter Beifall auf, der immer lauter wird. Danach wird jeder musikalische Beitrag mit Applaus bedacht. Als der Gospelchor aus Wolmirstedt singt, wird sogar fröhlich mitgeklatscht.

Großer Chorgesang wechselt mit Vorträgen der Jugendband "Vehlferhalten" und des großen Posaunenchores, der aus den Posaunenchören Barleben, Nordgermersleben und St. Katharinen Wolmirstedt entstanden ist. Der Mammut-Erwachsenenchor singt gemeinsam mit der Kinderkantorei.

Bei "Ich singe dir mit Herz und Mund" wird gesungen, die Orgel und Posaunen erklingen. Kantor Uwe Döschner intoniert eine Partita über den Choral "Was Gott tut, das ist wohlgetan" von Johann Pachelbel. Und zum Schluss singen Chöre und Zuhörer gemeinsam "Nun danket alle Gott", begleitet von Posaunenchören und Jugendband. Und alle lassen sich mitnehmen von diesem ganz besonderen Gefühl.

Kreiskantorin Stefanie Schneider und Kantor Uwe Döschner, die diesen Musiktag von langer Hand vorbereitet haben, danken allen, die mitgewirkt haben. Und Superintendent Uwe Jauch richtet sein Dankeschön zusätzlich an die beiden Kantoren.

Als die Zuhörer nach der Zugabe das Gotteshaus verlassen, bedanken sie sich mit einer Spende. Die Kollekte von insgesamt 710 Euro geht zu gleichen Teilen an das Projekt "Über die Mauer" von "Brass for peace" und den Förderverein für kirchenmusikalische Aufbauarbeit.

 

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