Themen und Herausforderungen der Zukunft erfragt gegenwärtig ein Experten-Team in den sieben Gemeinden der Verbandsgemeinde Elbe-Heide. Ziel ist, ein Inte- griertes Entwicklungskonzept (IEK) zu erarbeiten.

Elbe-Heide l Bei Dorfbegehungen mit den Bürgermeistern und dem Experten-Team um den Hallenser Wissenschaftler Dr. Wolfgang Bock und den Magdeburger Projektleiter Wolfram Westhus kommen Probleme und Wünsche zu Tage, die der Bevölkerungswandel nach sich zieht. Die Gespräche sollen Grundlage für ein demografiefestes Handlungskonzept für die Zukunft sein: das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK).

Konzeptionelle Grundlagen und darauf basierende Investitionsentscheidungen bis 2020 und darüber hinaus erarbeiten, darum geht es im Kern dieses Konzeptes für die Verbandsgemeinde Elbe-Heide. Größte Herausforderung der Zukunft ist der demografische Wandel. Laut der regionalisierten Bevölkerungsprognose von Sachsen-Anhalt schrumpft und überaltert die Verbandsgemeinde. Von 2008 bis 2025 wird die Einwohnerzahl um rund 21 Prozent sinken - von 14300 Einwohnern auf dann 11300.

Der Anteil der über 65-Jährigen steigt auf 33 Prozent im Jahr 2025. "Auf diese Veränderungen will sich die Verbandsgemeinde frühzeitig vorbereiten. Das IEK ist die Handlungs- empfehlung, eine Strategie dafür", erklärte Projektleiter Wolfram Westhus. Bis Ende 2014 sollen Untersuchungsergebnisse vorliegen, die dann als Leitfaden für Entscheidungen von Politik und Verwaltung dienen könnten. Bei Ortsbegehungen recherchiert das IEK-Team die Situation vor Ort. Bei einem Treffen in der Westheide erläuterten beispielsweise Bürgermeister Hartmut Jahn und sein Stellvertreter Lorenz Czech die Situation in den Ortsteilen Born, Hillersleben I und II und Neuenhofe. Jahn und Czech beschrieben, was unter den Nägeln brennt, was erreicht ist und was für die kommenden Jahre auf der Wunschliste steht. Begehungen gab es bereits in Zielitz, Loitsche-Heinrichsberg, Colbitz, Angern, Burgstall und Rogätz.

Infrastrukturelle Verbesserungen wie der Wunsch nach durchgehenden Radwegeverbindungen zwischen den Dörfern gehörten zu den Topthemen. Das zweiköpfige IEK-Team fragte nach dem Stand der Nahversorgung, der Erschließung mit Versorgungsmedien wie Abwasser und Trinkwasser. Bock und Westhus wollten wissen, wie es um die Feuerwehren und die nahe Zukunft des Brandschutzes bestellt ist. Die Versorgung mit Geldautomaten, der Zustand der Bushaltestellen, Post, Gewerbegebiete, Kirchen und natürlich die Vereine waren weitere Themen.

Wolfgang Bock, Kopf eines Netzwerks für das Europäische Förderprogramm Leader in Sachsen-Anhalt, berichtete von Beispielen in anderen Regionen des Landes. "Wir werden mit den Gemeinden der Elbe-Heide weiter im Gespräch bleiben und gemeinsam Erfolg versprechende Ansätze für die Zukunft von der Elbe bis zum Heideland entwickeln", erklärte Wolfgang Bock.