Wolmirstedt l Die Mitglieder der Freimaurerloge "Ferdinand zur Glückseligkeit" haben der Musikschule des Landkreises ein Klavier geschenkt. Das 1800 Euro teure Instrument steht im Logenhaus. "Auf diesem Klavier werden Musikschüler künftig Veranstaltungen der Loge musikalisch umrahmen, oder wir werden diese Räume für unsere Klassenvorspiele nutzen", sagt Musikschulleiter Armin Hartwig.

Die 13-jährige Loisa Timm war die Erste, die auf dem neugeweihten Klavier spielen durfte. Doch bis es soweit war, hatte dieser Akt die Logenmitglieder vor ein echtes Problem gestellt. "Eine Klavierweihe kommt bei uns gar nicht vor", sagte Thomas Engel, National-Großmeister der Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln". Schließlich nutzten die Logenbrüder ihr gängiges Ritual, bei dem unter anderem dreimal in die Hände geklatscht wird, um dieses Klavier in die Obhut der Loge zu nehmen.

Initiator dieser Anschaffung war Bernd Rothämel. Der Hotelier gehört zu den Freimaurern und möchte dafür sorgen, dass das Haus hinter den Schranken mit Leben erfüllt wird. Mitarbeiter des Naturschutzbundes (Nabu) haben bereits den dahinterliegenden Park in Ordnung gebracht. Und nun soll die Musik einziehen. Das freut auch Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), der gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins der Musikschule ist. "Ich glaube, bei den Freimaurern wird viel über Musik erlebt", sagte er, "schön, dass die Musikschule ihren Beitrag leisten kann." Eine ähnliche Zusammenarbeit mit der Musikschule wünscht sich der Barleber Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff (FDP) mit dem Barleber Mehrgenerationenzentrum. Der Wolmirstedter Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) zeigte sich froh, dass die Kreismusikschule einen Sitz in Wolmirstedt hat und verkündete: "Den wollen wir unbedingt halten."

Was den Schülern musikalisch mit auf den Lebensweg gegeben wird, bewiesen neben Loisa Timm an diesem Abend auch andere beeindruckend. Lavinia Bergmann (Querflöte), Leonhard Schwarz, Clara Franke und Mareike Ratzeburg auf der Klarinette, Pia Kunkel auf der Gitarre und Moritz Schmeier.

Freimaurerlogen wurden in der Zeit des Nationalsozialismus enteignet. Von der Bundesregierung bekamen sie die Häuser zurück und eine Entschädigung. "Dieses Geld legen wir zukunftsweisend an", so Thomas Engel. Um die Beiträge der Logenbrüder gering zu halten, für caritative Zwecke und, wenn die Logen gut wirtschaften, auch für die Kultur.