Herrentag ist und bleibt auch in der Ohrestadt künftig Herrentag. Unzählige Männer waren gestern den Tag über feuchtfröhlich unterwegs - allein und in Gruppen. Der 29. Mai aber bot mehr. Auf "Webers Hof" hieß er Familientag und in der Schwimmbadstraße wurde er als Sporttag zelebriert.

Wolmirstedt l Da soll noch einer sagen, die Ohrestädter verstehen es nicht zu feiern. Es gab gestern in Wolmirstedt keine Kneipe, keinen Imbiss, keine Gaststätte, keine Parkbank, kein Schwimmbad und keinen Bierstand, wo nicht Herrentag - und das in feuchtfröhlicher Runde - ausgelassen gefeiert wurde. Und die gute Nachricht, das Wetter spielte mit.

Doch die altehrwürdige Ohrestadt mit ihren Ortsteile Farsleben, Elbeu, Mose und Glindenberg hat in den vergangenen Jahren einen echten Sinneswandel vollzogen, hat zu Christi Himmelfahrt mehr zu bieten - nämlich auch guten Sport, viel Spaß und beste Unterhaltung.

Das können Schwimmmeister Stefan Grahn und Rettungsschwimmer Andreas Harwig aber so nicht unterschreiben. Das Freibad in der Schwimmbadstraße wäre gestern verwaist, gäbe es da nicht die "Stammkundschaft", die trotz Lufttemperaturen im einstelligen Bereich vorbeigeschaut hätte. Seit nunmehr elf Jahren treffen sich nämlich die Freizeit-Volleyballer um Uli Jaenicke auf der Sportanlage.

Dynamischer dagegen zeigte sich das Geschehen auf "Webers Hof" in Farsleben. Der Kulturtempel im Altkreis wurde einmal mehr seinem Ruf gerecht, stellte eine Wahnsinns-Party auf die Beine. Aber nicht nur für den Herren der Schöpfung, sondern seit einer gefühlten Ewigkeit für die ganze Familie. Was aber nicht heißt, dass alleinstehende Herren nicht willkommen waren, die meist im Rudel auftraten und mit dem Drahtesel unterwegs waren.

Auf eine exakte Zahl der Besucher wollte und konnte sich Klaus Mewes, Vorsitzender des Kulturvereins und damit Gastgeber sowie Hausherr, nicht festlegen. Die Umschreibung Taubenschlag bringt es auf den Punkt. Es war ein stetes Kommen und Gehen, wobei viele Gäste echtes Sitzfleisch bewiesen. Auch, weil das Angebot seit Jahren für beste Qualität steht. Das heißt, die Männer trieben mit dem einen oder anderen kühlen Bier die Rechnung in die Höhe, ließen sich bei Cola und Kaffee die Frauen und Kinder den Kuchen schmecken.

"Das allein ist es nicht, dass gerade Familien in großer Zahl anrücken, steht Herrentag auf dem Kalender", versichert der Vereinsvorsitzende. "Wir haben mehr Trumpfkarten in der Hinterhand. Wir führen auf Wunsch durchs Haus, unterhalten Jung und Alt mit handgemachter Musik." Wie auch Familie Lehmann aus Wolmirstedt, die mit Freunden in Farsleben weilte, betonte, hat man auf "Webers Hof" stets das gute Gefühl, "hier feiert eine Großfamilie, denn jeder kennt jeden".

Dennoch, den traditionellen Herrentag gibt es in und um Wolmirstedt auch: Hunderte Männer, nicht wenige seltsam gekleidet, darunter auch 30 Jungs des Jugendclubs der Stadt, waren feuchtfröhlich unterwegs, um ausgelassen zu feiern.

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