Die Kameraden der Wolmirstedter Ortswehr sind am Sonntag ins kalte Wasser gesprungen. Anschließend fuhren sie mit dem Schlauchboot aus einem Container heraus auf den Hof. Verrückt? Völlig. Aber die Kameraden haben ihre Aufgabe erfüllt. Sie haben ein Video dieser Aktion rechtzeitig auf die Internetplattform Youtube hochgeladen.

Wolmirstedt l Ihren außerplanmäßigen Kaltbadetag verdanken die Wolmirstedter Kameraden der Partnerwehr Wunstorf. Die haben die Wolmirstedter am Freitagabend für den "Cold-Water Challenge 2014" nominiert, zu deutsch: für die "Kalt-Wasser-Herausforderung". Mit dieser Nominierung begann für die Wolmirstedter das große Bibbern. Innerhalb von 48 Stunden, bis Sonntag Abend, 22.10 Uhr, mussten sie eine Aktion mit kaltem Wasser erfinden, ausführen, filmen, schneiden und das fertige Video auf die Internetplattform Youtube hochladen. Bei Nichtgelingen wäre ein Grillabend mit den Herausforderern fällig gewesen. Die Wolmirstedter haben es geschafft. Das Video steht. Den Grillabend für die Wunstorfer richten sie trotzdem aus. Einfach so. "Ein guter Grund, unsere Partnerwehr wieder mal zu uns einzuladen", sagt der Wolmirstedter Ortswehrleiter Marko Reinhardt.

Bis zum Aufatmen am späten Sonntagabend gab es auf dem Hof der Wolmirstedter Feuerwehr am Vormittag erst einmal das ganz große Kino. Und das fing ganz harmlos an. Die Kameraden trugen ihre Einatzkleidung, fuhren die Drehleiter auf den Hof, schlossen mit einen Standrohr den B-Schlauch an den Hydranten und füllten einen Container voll Wasser. Ab da wurde es seltsam.

Einige Kameraden zogen ihre langen Einsatzhosen wieder aus. Unter orangefarbenen Kutten schauten haarige Männerbeine hervor. Stadtwehrleiter Dirk Bischof ging auf Nummer Sicher und legte sich einen Rettungsring um den Hals. Auf der Drehleiter posierten schließlich alle gemeinsam. Dann sprang jeder für sich allein. Von der Drehleiter in den mit Wasser gefüllten Container. Das Wasser war kalt. Wie es der Wettbewerb will. Aber am Ende jubelten alle.

Schluss? Noch lange nicht. Die pitschnassen Männer und Frauen hievten ein Schlauchboot in die Containerwanne und so viele wie möglich von ihnen drängten sich in das gelbe Gummiboot hinein. Ein Kamerad öffnete die Front des Containers. In Nullkommanix schwamm das Schlauchboot auf dem Wasserschwall direkt auf den spontan gefluteten Hof. Ein Riesengaudi. Wieder Jubel. Dann begann die Jagd auf die Handtücher.

Der Film wurde anschließend von einer ehemaligen Kameradin zusammengeschnitten. Die lebt derzeit in Polen und das bedeutete eine echte Herausforderung an die Technikfreaks unter den Feuerwehrleuten. Große Datenmengen mussten durchs Internet geschleust werden. Das gelang nicht in jedem Fall, manches Stück Film war zu lang für die Bahnen des weltweiten Netzes und so blieben manche Sequenzen in Deutschland und somit außen vor. Dennoch, um 22 Uhr, genau zehn Minuten vor Ablauf der Frist, stand der fertige Videoclip im Netz, ein zwei Minuten und 49 Sekunden langer Kaltwasserspaß. Geschafft.

Die Aktion "Cold-Water-Challenge" ist aus Amerika nach Europa hinübergeschwappt und funktioniert wie ein Schneeballsystem. Die nominierten Feuerwehren fordern wiederum andere Feuerwehren heraus, die sich dann ihrerseits ein Video "basteln" müssen. Hunderte solcher Videoclips stehen bereits im Netz, täglich werden es mehr. Wieviele Grillabende dadurch schon zustande gekommen sind, ist nicht bekannt.

Die Wolmirstedter Kameraden haben den Staffelstab postwendend weitergegeben. Sie fordern die Wehren aus Haldensleben, Glindenberg und des Wunstorfer Ortsteils Bokeloh heraus.

 

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