Weil während des 30-jährigen Krieges große Not herrschte und das Volk arm war, wurde eine der Meitzendorfer Kirchenglocken einst verkauft. Zum Jubiläum haben drei Barleber die Schelle aus Gips neu angefertigt.

Meitzendorf l Mehr als einen Zenter wiegt die Glocke, die Wilfried Dogs, Erich Wehner und Herbert Oehlmann für das 1075. Ortsjubiläum Meitzendorfs in mühevoller Handarbeit gefertigt haben. "Es hat länger gedauert, als gedacht", erinnert sich Dogs, der wie die anderen beiden Mitglied im Barleber Heimatverein ist. Doch die Mühe hat sich gelohnt - soll doch das aus Gips gegossene und anschließend in Silber bemalte Kunstwerk sowohl im historischen Film- und Theaterspektakel als auch beim großen Festumzug zum Einsatz kommen.

In der Geschichte Meitzendorfs rettete die Glocke aus der Sankt-Petri-Kirche die Gemeinde während des 30-jährigen Krieges 1638 über die größte Not. Der Ortschronik nach verkaufte die Gemeinde das Geläut wegen des Elends in der Bevölkerung für 600 Reichstaler. Das Geld sei unter neun Bauern aufgeteilt worden, die davon Saatgut kauften. Noch bis zum Jahr 1865 haben die Landwirte dafür als Gegenleistung einen jährlichen Glockenzins zahlen müssen.

Die Barleber Heimatfreunde richteten sich bei ihrer Meitzendorfer Glocke nicht nach dem historischen Vorbild, erklärt Wilfried Dogs, sondern ließen ihrer eigenen Kreativität freien Lauf. So ziert die Schelle neben den Namen der Hobby-Künstler auch eine Zeichnung des heiligen Petrus - dem Namensgeber der Dorfkirche. Gemalt hat ihn Erich Wehner.

Das historische Spektakel soll am Freitag, 13. Juni, ab 19.30 Uhr gezeigt werden. Es besteht aus einem Film über die geschichtliche Entwicklung der Ortschaft - gespielt von Meitzendorfer Bürgern selbst - sowie Theater-Elementen. Während dieser Live-Szenen soll auch die Glocke ihren Auftritt haben, ebensobeim prächtigen Festumzug am Sonnabend, 14. Juni. Der Tross mit 13 Bildern startet um 11 Uhr in der Siedlung/Alte Jersleber Chaussee.