Bundesweit hat der 21. Deutsche Mühlentag zahlreiche Besucher zu den alten Bauwerken gelockt. In Wolmirstedt fand rund um die 172 Jahre alte Auerbachs Mühle am Ortsrand ein Fest für die ganze Familie statt.

Wolmirstedt l Bereits ab 9.30Uhr hatten es sich die ersten Gäste auf dem Gasthof neben Auerbachs Mühle am Wolmirstedter Ortsrand gemütlich gemacht und sich die besten Plätze gesichert - anderthalb Stunden, bevor das Fest zum 21. Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag offiziell startete. "Wir rechnen mit rund 1500 Besuchern über den Tag verteilt", sagte Ursula Pankonien. Sie betreibt das Landhaus Auerbachs Mühle und organisierte auch das Familienfest am Mühlentag.

Im Jahr 1842 hatte Pankoniens Urgroßvater die Bockwindmühle mit Jalousieflügelkreuz errichtet. Inzwischen ist das alte Bauwerk im Besitz des Kreismuseums. Bis 1952 war die Mühle noch in Betrieb. "1983 wurde sie nach Verfall notgesichert und von 1992 bis 1996 sowie 2011 umfassend restauriert", informiert Uwe Baumgart, Pressesprecher des Landkreises Börde. "Das hätte ich alleine nicht leisten können", sagt Ursula Pankonien.

"Wir wollen keine toten Fragmente, sondern dass die Mühlen lebendig bleiben."

Ursula Pankonien, Auerbachs Mühle

Am Mühlentag stand das Denkmal den Besuchern offen, die im Inneren beispielsweise einen Blick auf den noch funktionstüchtigen Mahl- und Schrotgang sowie den Dost- Walzenstuhl werfen durften. Die Gäste, die die Mühle lieber von außen betrachten wollten, konnten es sich im Biergarten oder im Landhaus schmecken lassen. Drumherum boten Händler Geschnitztes, Geflochtenes, Gestecktes und Gebackenes an ihren Ständen an. Für die Jüngsten wurde eine Hüpfburg aufgeblasen, sie konnten sich schminken lassen, ein paar Runden im Karussell oder auf einer Ponykutsche drehen.

Musik spielten abwechselnd die "Leier-Rike" auf ihrer Drehorgel sowie das Akkordeon-Orchester aus Magdeburg. Auch Auftritte der Gauseberger "Quirlequietscher" aus Gutenswegen, der Tanzgruppe "Fitschebeen" aus Salzwedel sowie eines Clown-Duos gehörte zum Nachmittagsprogramm.

Initiiert wird der Mühlentag jedes Jahr von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) mit ihren Regionalvereinen. Präsident der DGM ist der Wolmirstedter Erhard Jahn. "Mit dem Mühlentag bekommen die Bauwerke einen anderen Stellenwert. Wir wollen keine toten Fragmente, sondern dass die Mühlen lebendig bleiben", betont Ursula Pankonien.

Auch die Vordermühle in Elbeu war am Montag geöffnet. Die Besucher hatten die Möglichkeit, die alte Wassermühle bei Führungen zu besichtigen, sich die Technik erklären und Kaffee sowie Kuchen schmecken zu lassen. "Das Wasserrad dreht sich im Leerlauf, sofern der Wasserstand der Ohre dies zulässt", erläutert Baumgart.

   

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