Modellprojekte in den Dorfkernen von vier Ortschaften will die Gemeinde entwickeln. Das Land fördert das einjährige Vorhaben mit Mitteln der Regionalentwicklung "Sachsen Anhalt Regio".

HoheBörde l Die Innen-Entwicklung der alten Ortskerne hat die Gemeinde Hohe Börde zu einem Schwerpunkt für die kommenden Jahre erklärt. Der Arbeitskreis "Ortsentwicklung Hohe Börde vital" ist 2013 an den Start gegangen. In diesem Zukunftsgremium arbeiten die Ortsbürgermeister, Vertreter der jeweiligen Ortschaften, der Vorsitzende des Bauausschusses, Bauamtsleiter und Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel mit.

Konkret werden sollen die Ortskernentwicklung nun in vier Dörfern - zwei im unmittelbaren Umland von Magdeburg (Irxleben, Niederndodeleben) und zwei in der ländlicher geprägten Mitte der Gemeinde (Eichenbarleben, Rottmersleben). Für diese vier Ortschaften sollen beispielhaft Entwicklungskonzepte erarbeitet werden, die Modell für die Ortskernentwicklung in anderen Ortschaften der Gemeinde werden könnten. Ziel sind konkrete Konzepte für ein konkretes Objekt: ein leer stehendes Gebäude oder für die Fortentwicklung eines bestehenden Standortes.

Im Gespräch sind laut Angaben von Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel in Irxleben die Darre am Darrwiesenweg, die Entwicklung des Schwimmbadgeländes in Niederndodeleben einschließlich des Umfeldes sowie die Grundschulen in Rottmersleben und Eichenbarleben.

Wo genommen wird, soll auch gegeben werden

Im inzwischen vom Land genehmigten Förderantrag der Gemeinde heißt es: "Wie die Kitas sind auch die Schulen wesentliche Standortfaktoren der Ortschaft. Einige Ortschaften haben konkrete Maßnahmen an Schulen und Kitas angemeldet, um sie funktional und gestalterisch zu verbessern. Von besonderer Wichtigkeit ist die Frage nach dem Erhalt, dem Neubau oder der Nachnutzung der vorhandenen Grundschulen in Eichenbarleben und Rottmersleben."

Gegenwärtig diskutiert die Gemeinde heftig um die Zukunft dieser beiden Grundschulen. Mittelfristig sollen laut der bisherigen Beschlusslage des Gemeinderates diese beiden Grundschulen 2017/2018 geschlossen werden. "Wenn einem Dorf etwas genommen wird, muss den Dorfbewohnern auch etwas wiedergegeben werden", erklärte Steffi Trittel, deshalb seien Nutzungskonzepte für diese Schulen nötig.

In Irxleben und Niederndodeleben bereiten - wie in vielen anderen Dörfern auch - zahlreiche leer stehende und ortsbildprägende Gebäude Probleme, die früher meist landwirtschaftlich genutzt worden waren. Auch dafür sollen Ideen zur Um-, Neu- und Weiterentwicklung in konkrete Konzepte münden. Potenzielle Objekte dafür sind die Irxleber Darre, das Eichenbarleber Schloss und das Schwimmbad Niederndodeleben.

Das Land Sachsen-Anhalt fördert das 24000 Euro teure Vorhaben mit 19200 Euro.

Das Projekt "Hohe Börde vital" knüpft unmittelbar an die Anpassungsstrategie, an den demografischen Wandel (2011) und an das 2014 fertiggestellte Integrierte Gemeindliche Entwicklungskonzept (IGEK) der Gemeinde Hohe Börde an. In diesen beiden wissenschaftlichen Zukunftsstudien sind Entwicklungsschwerpunkte formuliert worden. Die Schwerpunkte basieren auf Handlungsvorschlägen der Akteure in den Ortschaften. Ortsbürgermeister und Vertreter aus den Dörfern haben bei Ortsbegehungen die aus ihrer Sicht wichtigsten Vorhaben und Maßnahmen für eine nachhaltige Dorfentwicklung mit dem IGEK-Team um den Hallenser Wissenschaftler Wolfgang Bock zusammengetragen. Die Umsetzung dieser Vorschläge soll nun Schritt für Schritt im Konzept "Ortskernentwicklung Hohe Börde vital" ausgelotet werden.