Vier tolle Pfingstferien- erlebnisse hat das Jugendbüro Hohe Börde organisiert. Nun geht es an die Planungen für die Sommerferien und für das traditionelle Sommerfest für alle Kinder und Jugendlichen von der Schrote bis zur Beber.

HoheBörde l Über die Dörfergrenzen hinweg lernten sich zum Ferienauftakt Jugendliche aus sieben Ortschaften bei einem munteren Stelldichein im Hohenwarsleber Jugendklub kennen. "Einige kannten sich zwar aus der Schule, aber die Freizeit verbringen sie oft getrennt im Heimatdorf. Wir wollen das ändern, Brücken für eine gemeinsame Freizeitgestaltung schlagen, gemeinsame Interessen erkunden", erklärte Anja Sandt, die Streetworkerin der Hohen Börde. Sie leitet zusammen mit Petra Berndt das Jugendbüro der Gemeinde.

Ein Hammertag über Alltag der deutschen Teilung

Bei Snacks und Getränken kamen die jungen Leute miteinander ins Gespräch, knüpften erste Bande. "Das war ein Anstoß, über den Tellerrand zu gucken. Und das ist auch ganz gut gelungen", befand Petra Berndt.

"Ein Hammertag" sollte folgen. Vom frühen Morgen bis in die Abendstunden waren Jugendliche aus der Hohen Börde am zweiten Tag in Berlin unterwegs - im Rahmen des eintägigen und prall gefüllten Bildungsprojektes "Alltag und Flucht im geteilten Deutschland". An der "Gedenkstätte Berliner Mauer", direkt an der Bernauer Straße, dort wo einst das Haus im Osten stand und der Gehweg davor schon im Westen lag, wurde den jungen Leuten klar, was die deutsche Teilung für die Berliner bedeutet hat. "Ich stand mit dem Hintern im Osten und mit dem Kopf aus dem Fenster im Westen", erzählte Jörg Hildebrandt den jungen Gästen. Hildebrandt war an der Bernauer Straße groß geworden, wie auch seine 2001 verstorbene Frau Regine, die zwei Blöcke weiter wohnte und nach der Wende als brandenburgische SPD-Politikerin und "Mutter Courage des Ostens" bundesweit bekannt wurde. "Die Jugendlichen hätten Jörg Hildebrandt stundenlang zuhören können. So eindrucksvoll und erlebbar kann Geschichte sein", schwärmte Anja Sandt. Nach einem Besuch im früheren Aufnahmelager Berlin-Marienfelde ging es voller Eindrücke zurück in die Börde.

Der nächste Ferientag stand ganz im Zeichen der 8- bis 12-Jährigen, die einen Ausflug in die Magdeburger Gewächshäuser mit anschließendem Picknick im Klosterbergegarten unternahmen.

Kreativ klangen die Pfingstferien mit einem Töpferkurs im Hermsdorfer Kinder- und Jugendkunstatelier aus.

Gut 60 Kinder und Jugendliche haben an den Ferienfreizeiten des Jugendbüros teilgenommen. Noch weit mehr Gäste erwartet das emsige Duo Sandt Berndt bei der traditionellen Sommerparty, die allen Kindern und Jugendlichen offensteht und zu der bei Interesse Shuttle-Kleinbusse eingesetzt werden. Das Sommerfest steigt am Mittwoch, 10. Juli, ab 14 Uhr auf dem Vorplatz der Schackensleber Prokonhalle.

In den Sommerferien sind unter anderem geplant: ein Ausflug in den Magdeburger Stadtpark mit Picknick, der Besuch des Elbauenparks mit Jahrtausendturm, ein Ausflug ins Steinzeitdorf Randau und als Höhepunkt eine Reise in den Serengeti-Park (Zuschüsse können beantragt werden).

Zum Ferienabschluss bereiten Anja Sandt und Petra Berndt mit dem Hort Hermsdorf und der Hermsdorfer Schulsozialarbeiterin etwas Besonderes vor: Ende August öffnet in Hermsdorf die erste Kinderstadt der Hohen Börde. Dabei können Kinder in die Rollen erwachsener Bürger schlüpfen. Näheres zu diesem Projekt gibt es demnächst in der Volkstimme zu lesen.