Pünktlich zur Festveranstaltung zum 1075-jährigen Bestehen von Meitzendorf ist der Anbau des Dorfgemeinschaftshauses fertig geworden. Zu den prominenten Gästen zählte unter anderem Innenminister Holger Stahlknecht.

Von Vivian Hömke

Meitzendorf l Acht Monate nach der Grundsteinlegung ist der Anbau des Dorfgemeinschaftshauses in Meitzendorf fertig geworden. Eröffnet wurde der neue Flügel am Dienstag vor der Festveranstaltung anlässlich des Jubiläums der Ortschaft. Neben einem Sitzungs- beziehungsweise Mehrzweckraum sind im Rahmen des insgesamt rund 321000 Euro teuren Vorhabens ein neuer Lagerraum sowie eine Umkleide für Künstler entstanden, die im Saal auf einer nun erweiterten Bühne auftreten können. Auch ein zusätzliches Zimmer für Vereine wurde gebaut. Gefördert wurde das Projekt mit knapp 170000 Euro.

Der Saal wird laut Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff regelmäßig für sportliche Aktivitäten genutzt, wobei "die vorhandenen Tische und Stühle, die für Veranstaltungen benötigt werden, ständig hin- und hergeräumt werden müssen. Dafür fehlte es an Lagerfläche, ebenso für diverses Sportequipment", erklärte Keindorff.

"Trotz Kriegswirren, Krankheiten, Naturkatastrophen und einem Dorfbrand haben die Meitzendorfer zusammengehalten."

Bernhard Niebuhr, Ortsbürgermeister von Meitzendorf

Meitzendorfs Ortsbürgermeister Bernhard Niebuhr schnitt zur Freigabe des Anbaus ein symbolisches Schleifenband durch. An der feierlichen Eröffnung des erweiterten Gemeinschaftshauses sowie der folgenden Festveranstaltung nahmen Vertreter aus Politik, von den Vereinen sowie vom Organisationsteam des Jubiläumsfestes teil.

Niebuhr erinnerte in seiner Begrüßungsrede an die bewegte Geschichte Meitzendorfs, der ältesten Ortschaft in der Einheitsgemeinde Barleben. "Trotz Kriegswirren, Krankheiten, Naturkatastrophen und einem Dorfbrand, der das Dorf völlig zerstörte, haben die Meitzendorfer zusammengehalten und sind an der Not gewachsen", sagte er. Solidarität habe die Gemeinde aus dem Umland erfahren. Die politische Eigenständigkeit vor zehn Jahren aufzugeben, sei für Meitzendorf keine leichte Entscheidung gewesen. "Natürlich waren da Sorgen, dass man als kleinste Ortschaft in der neuen Einheitsgemeinde untergebuttert wird", erklärte der Ortsbürgermeister. "Aber eine kluge Gebietsänderungsvereinbarung und ein faires Miteinander im Gemeinderat sorgten dafür, dass sich Barleben, Ebendorf und Meitzendorf gleichberechtigt gut entwickeln konnten."

Die positive Entwicklung der Ortschaft betonte auch Holger Stahlknecht in seinen Grußworten. "Meitzendorf ist eine der schönsten Ortschaften in der Börde geworden", sagte Sachsen-Anhalts Minister für Inneres und Sport. Beeindruckt von den Vorbereitungen zum Jubiläumsfest am 13. und 14.Juni zeigte sich Börde-Landrat Hans Walker. Es sei eine Glanzleistung, dass die einst verloren gegangene Chronik noch einmal neu aufgeschrieben wurde.

Wie Katrin Röhrig, Bereichsleiterin Regiebetriebe, erläuterte, habe die "neue" Chronik ein ehemaliger Mitarbeiter im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Ende der 90er Jahre "in mühevoller Kleinarbeit" zusammengetragen. Das Material dafür habe er in Museen, Archiven und im Gespräch mit alten Meitzendorfern recherchiert. Die Bereichsleiterin hofft, dass sich auch jemand findet, der die Chronik nach 1945 neu aufschreibt.

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