Wolmirstedt l Die Geschichte von Tierheimhund Rex scheint ein glückliches Ende zu finden. Die Gesundheit des Schäferhundes ist wieder hergestellt und außerdem hat der junge Rüde eine Pflegefamilie gefunden. Er lebt jetzt in der Nähe von Stendal. Zur Nachsorgeuntersuchung war Rex noch einmal mit dem neuen "Frauchen" Gundula Teschner ins Tierheim gekommen. Tierarzt Dr. Niels Mensing bescheinigte dem Hund eine gute Heilung.

Das hören die Tierheimmitarbeiter gerne, vor allem aber auch der Glindenberger Rainer Schmidt. Der Tierfreund hatte angeregt, dass am Flaschenrückgabeautomaten von Edeka eine Spendenbüchse aufgestellt werde, in die Bürger ihre Leergutbons hineinwerfen können. Zu Gunsten von Rex. "Auf diese Weise sind 650 Euro zusammengekommen", sagt Rainer Schmidt und ist mächtig stolz auf diesen Erfolg. "Ich möchte allen danken, die sich an der Aktion beteiligt haben", sagt der Taxifahrer, zu dessen Leben zwei Riesenschnauzer gehören.

Die Operation hat rund 2500Euro gekostet, dazu werden noch die Kosten für die Nachsorge gerechnet. "Zusätzlich zur Spendenaktion mit dem Leergut haben wir so viel finanzielle Unterstützung bekommen, dass die Gesamtkosten für die Behandlung von Rex gedeckt sind", sagt Tierheimmitarbeiterin Evelin Horwitz. Es seien sogar noch Gelder übrig. "Wir haben noch mehr Tiere, die eine medizinische Behandlung benötigen", so Evelin Horwitz, "für sie werden wir das Geld einsetzen."

Rex ist ein Jahr und drei Monate alt. Der Schäferhund war ins Tierheim gekommen, nachdem sein Herrchen verstorben war. Das 70 Jahre alte "Frauchen" war mit dem temperamentvollen Jungtier überfordert gewesen. An den Operationskosten hat sie sich allerdings beteiligt.

"Der Hund hatte eine schwere Hüftgelenksdysplasie", erklärt Tierarzt Dr. Niels Mensing. Er hat dem Hund einen künstlichen Bandersatz eingesetzt, der den Oberschenkelknochen in der Hüftpfanne hält. "Rex bewegt sich sehr gut, so dass wir die zweite Operation erst einmal nicht durchführen müssen", sagt der Tierarzt.

Die Fehlstellung des Hüftgelenks muss für Rex schmerzhaft gewesen sein. "Hunde zeigen das aber nicht so", sagt der Tierarzt, "so dass es für Laien oft schwer zu erkennen ist."

Die neue Pflegefamilie ist von den Kosten der medizinischen Behandlung befreit. "Würden die neuen Besitzer diese Behandlungskosten tragen müssen, würden wir Tiere wie Rex nicht vermitteln können", begründet Evelin Horwitz die Vorgehensweise. Deshalb springt bei Fällen wie Rex der Tierschutzverein ein.

Gundula Teschner ist die neue Hundepflegefrau. "Unser Hund war eingeschlafen und wir waren auf der Suche nach einem Neuen", erzählt sie. Viele Tierheime hat sie besucht, doch wirklich gefunkt hat es erst bei Rex. "Als ich Rex im Zwinger sitzen und seine bernsteinfarbenen Augen sah, wusste ich, der ist es", schwärmt sie. Als sie von seiner Erkrankung erfuhr, habe sie erst einmal geschluckt, berichtet die blonde Frau. Aber es war längst um sie geschehen. "Ich habe gedacht, Rex ist es und das andere findet sich."

Der Rüde indes springt putzmunter umher, und wenn seine Wunden noch weiter verheilt sind, wird er sich auf dem großen Grundstück bei Stendal ordentlich austoben können.