Die Autobahnbauer halten Wort. Noch im Oktober dieses Jahres soll der Verkehr auf dem A14-Bauabschnitt bei Colbitz rollen. Darauf freuen sich besonders die Colbitzer, die arg vom Schwerlastverkehr auf der B189 gebeutelt sind.

Colbitz l Der 5,65 Kilometer lange Bauabschnitt ist scheinbar fertig. Unter der Brücke der Bundesstraße 189 liegt das graue Betonband der Autobahntrasse.

"Doch es gibt noch reichlich zu tun", klären die beiden Bauüberwacher Klaus Fiedler und Jürgen Lütke während eines Baustellenbesuches auf. Unübersehbar sind die vielen gelben Baumaschinen, die entlang der beiden Fahrspuren noch im Einsatz sind.

"Hier entsteht eines der drei Regenrückhaltebecken auf diesem Bauabschnitt", informiert Klaus Fiedler unweit der Brücke, auf der die Autobahn die im Zuge des Autobahnbaus umverlegte Kreisstraße 1174 überquert. Bagger heben die riesige Grube aus, in die künftig das von den Fahrbahnen abgeleitete Niederschlagswasser geleitet wird. "Das durchläuft aber zuvor noch die Trennungsbauwerke, in denen sich Abscheider befinden", ergänzt Jürgen Lütke.

"Betonkrebs ist kein Thema. Das Material hat alle Prüfungen der strengen Gutachter bestanden."

Die Betonfahrbahnen sind bereits komplett fertiggestellt. Für beide Richtungsfahrbahnen sind rund 15000Tonnen Beton verbaut worden. Die wurden in einer Mischanlage in der Farsleber Papenburg-Kiesgrube hergestellt.

Was ist mit dem sogenannten Betonkrebs, der derzeit auf Abschnitten der A9 und A14 bei Halle so viele Negativschlagzeilen erzeugt? "Betonkrebs ist kein Thema. Das verwendete Material aus der Farsleber Kiesgrube hat alle Prüfungen der strengen Gutachter bestanden", versichert Klaus Fiedler.

In der kommenden Woche sollen auch die restlichen Asphaltarbeiten abgeschlossen werden. Auf den Rampen der beiden Anschlussstellen sowie den Brückenvorfeldern wird asphaltiert.

Die Fahrbahnen sind im so genannten Waschbeton ausgeführt. Dabei bearbeitet kurz vor dem Aushärten die Stahlbürste eines Radladers die 27 Zentimeter dicke Betonschicht. "Dadurch entsteht nicht nur eine besonders griffige Oberfläche, sondern es werden auch die Fahrgeräusche um etwa zwei Dezibel herabgemindert", beschreibt Lütke die Vorteile dieses modernen Verfahrens.

Auf dem Mittelstreifen zwischen den beiden Fahrbahnen sind noch rund 3000 Meter Flachborde und Gossen zu verlegen. Bauarbeiter aus Ziegelroda pflastern die Gossen und verfugen sie. Eine aufwändige Tätigkeit.

Unterdessen fertigt eine Spezialmaschine die Seitenbankette. Ständig versorgen Schwerlastkipper sie mit Nachschub an einer Muttererde-Splitt-Mischung. Darauf wird später Gras angesät.

Noch fehlen die Schutz- und Leitplanken, müssen die Fahrbahnmarkierungen aufgebracht und die benötigten Schilder aufgestellt werden. Doch alle diese Arbeiten sollen in den noch verbleibenden knapp vier Monaten erledigt werden. "Bis zur Verkehrsfreigabe werden alle Arbeiten fertig sein, die von der Straße aus ausgeführt werden müssen", sichern die beiden Bauüberwacher zu.

Sehnsüchtig erwarten besonders die Colbitzer die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes für den A14-Lückenschluss. Wird dann doch endlich der Schwerlastverkehr aus dem Ort verbannt.

 

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