Peter Reglinsky hält ungewöhnliche Haustiere und lädt auf seinen Hof gerne Schulklassen ein. Diesmal durfte die Lerngruppe "Tiger" der Gutenberg-Schule sich den Rindern und Gänsen nähern.

Wolmirstedt l Obwohl sich die Gutenberg-Kinder "Tiger" nennen, mussten sich Peter Reglinskys Zwerghühner, Gänse und Heidschnucken nicht vor ihnen fürchten. Die Kinder wollten ihnen kein bisschen ans Fleisch. Sie aßen zum Frühstück lediglich die Eier der Hühner und wunderten sich über die verschiedenen Braunfärbungen der Schalen. "Die Eier der Hühnerrassen unterscheiden sich stark voneinander", klärte der Hobbybauer auf, "unsere ganz dunkelbraunen Eier sieht man im Supermarkt nicht."

"Wir kommen regelmäßig mit unseren Schulklassen hierher", sagt Lehrerin Brita Großmann, "unsere Osterwanderungen sind schon Tradition." Schließlich haben Stadtkinder ansonsten nicht viele Gelegenheiten, Kühen und Schafen nahe zu kommen. Ganz geheuer war es den Tiger-Kindern daher auch nicht, als Peter Reglinsky ihnen ein Stück Brot in die Hand drückte, damit sie eines der Dahomey-Rinder füttern können.

Dahomey-Rinder stammen aus Westafrika und gelten als die kleinsten Rinder der Welt. Sie erreichen nur eine Schulterhöhe von 80 bis 90 Zentimetern. Es sind Liebhaber-Tiere, rentieren sich wirtschaftlich weder für die Milch- noch für die Fleischproduktion. Wohl deshalb sind sie beinahe ausgestorben.

Rinder sind nicht die einzigen tierischen Raritäten, die Reglinsky hält. Er zeigt Andengänse, die eigentlich in Peru zu Hause sind, Magellangänse, die ebenfalls aus Südamerika stammen, Rothalsgänse und Baikalgänse, die sich schnell an sibirische Kälte gewöhnen können. Auf die Frage, welche Tiere ihnen am meisten gefallen, riefen ein paar Kinder spontan: "Wir haben ein Wespennest gefunden."

Peter Reglinsky schmunzelte über diese Entdeckung und wusste außerdem, womit er Jungs beeindrucken kann. "Ich zeige ihnen den Traktor."

Der Hobbybauer wird demnächst 70 Jahre alt, aber das Leben mit Tieren gehört schon seit seiner Kindheit dazu. "Ich habe als kleiner Junge Schafe vor einen Wagen gespannt und bin damit durch meinen damaligen Heimatort Barleben gefahren", erzählt er. Selbst Papageien hatte er als Jugendlicher gezüchtet. Die Arbeit, die mit der Haltung von Tieren verbunden ist, kennt er bis auf den heutigen Tag. "Sobald die Kinder wieder in die Schule zurückgekehrt sind, werde ich Heu pressen", erzählt er.