Das halbe Dutzend ist voll und auch die 6. Ohre-Classic wurde zu einem vollen Erfolg. Nicht weniger als 106 Oldtimer mit 203 Teilnehmern an Bord rollten am Sonnabend im Breiteweg in Barleben über die Startrampe. Auf Umwegen über den Magdeburger Zoo und Abtshof erreichten die Fahrer wieder den Zielort Barleben.

Barleben l Immer mehr Automobile und Motorräder in Deutschland sind älter als 30 Jahre und avancieren damit zum Oldtimer. Aber nicht, dass sie dann in Rente geschickt und für ewig abgeparkt werden. Alte Fahrzeuge, frisch aufpoliert, erleben eine regelrechte Renaissance. Und bereits die sechste Auflage erlebte am Sonnabend in Barleben die Ohre-Classic. Und wie die beiden "Väter der Tour", Bernd Rothämel und Michael Wesemann, am Ende resümierten, hat sich die Arbeit einmal mehr gelohnt: "Die Teilnehmer der 6. Ohre-Classic, über 200 an der Zahl, waren zufrieden. Alle erreichten nach einer spektakulären Tour sicher mit ihrem Oldtimer das Ziel." Es war ein überaus verkehrsreicher Vormittag, an dem gleich zwei Minister an den Start gingen. Neben Innenminister Holger Stahlknecht saß erstmals Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens als bekennender Oldtimer-Modellfreund in einem der über 106 Autos, einem alten Käfer.

Zur Chronologie des Rennens: Pünktlich um 9 Uhr, fanden sich alle Teilnehmer zur "Fahrerbesprechung" direkt vor der Mittellandhalle im Breiteweg ein. Danach aber gab es kein Halten mehr, letztlich beschleunigt durch den immer wieder einsetzenden Regen.

Im Abstand von 30 Sekunden wurden die Oldtimer im Breiteweg von der Startrampe ins Rennen geschickt. Bernd Rothämel verwies "vor dem scharfen" Start darauf, dass es bei der Ohre-Classic nicht unbedingt darum geht, der Schnellste zu sein, "sondern mit einer stetig wachsenden Zahl von Gleichgesinnten aus der gesamten Republik in der Region Spaß zu haben."

"Ganz ohne Wettkampfcharakter", so ergänzte Michael Wesemann, "ging es dann auch bei der sechsten Auflage nicht." Einmal mehr mussten daher bei den drei Zwischenprüfungen knifflige Denksportaufgaben über Land und Leute gelöst werden. Die ersten in Wolmirstedt, wo Stadträte in historischen Kostümen die Fahrer prüften.

Nach der ersten Zwischenprüfung kehrten die Teilnehmer der Ohrestadt den Rücken. Bei Elbeu verließ die funkelnde Blechlawine die Straße und steuerte den Mittellandkanal an, befuhr die Dammkrone bis Magdeburg, wo sie ohne Zwischenstopp in Höhe Schiffshebewerk Rothensee abbog. Im Magdeburger Zoologischen Garten erwartete Direktor Kai Perret die Fahrer, mussten die Oldtimerfreaks sich bei der Zoo-Olympiade in Sachen Flora beweisen. Danach wurde "schnurstracks" der Abtshof angesteuert, der in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert. Danach ging es zurück nach Barleben. Obwohl man unterwegs das Tempo anzog, der Zeitplan wurde weit überschritten. Zur Auswertung im Wolmirstedter Hof am frühen Abend war dann auch der letzte der Teilnehmer am Ziel.

   

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