Der 16. Großboot-Cup ist Geschichte. Und die 27 Boote, die am Start waren, vor Anker gegangen. 64 Rennen waren auf dem Mittellandkanal nötig, bevor die Sieger feststanden. Ein Wermutstropfen: Petrus zeigte sich am Sonnabend nicht nur von seiner sonnigen Seite, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat.

Elbeu l Wer da meinte, die Fußball-WM, die seit Donnerstag in Brasilien zelebriert wird, ist durch keine andere Veranstaltung zu toppen, der hat zumindest die Rechnung ohne den 16. Großboot-Cup gemacht - eine von drei Groß-Veranstaltungen am Wochenende.

Gezählt hat sie keiner, aber "gefühlte" tausend Zuschauer verfolgten die 64 Rennen am Mittellandkanal. Auch wenn am Sonnabend keines der 27 Boote - es ließen 22 Männer- und fünf Frauenteams ihre Sportgeräte zu Wasser - wahrhaft meisterlich unterwegs ist, die Stimmung auf und am Mittellandkanal rund um das Bootshaus war, so sagen nicht nur die Alteingesessenen, rekordverdächtig, "wie all die Jahre".

Obwohl das nur die halbe Wahrheit ist. Bei allem Spaß, den der Großboot-Cup seit Ende der 90er Jahre nicht nur bei den Wolmirstedter Kanufreunden verbreitet, sportlicher Ehrgeiz wurde an einem (wettertechnisch) durchwachsenen Sonnabend auch geweckt. Übrigens nicht nur von den Hägebach-Piraten aus Samswegen. Die muskelbepackten Fußballer gaben durchweg nicht nur eine tolle Figur ab, sie setzten die (Männer) Konkurrenz mächtig unter Druck, fuhren Bestzeit und landeten insgesamt auf Platz zwei. Auf einem ähnlich hohen Level "ruderte" das Allstarteam der Frauen des Barleber HC.

Den Startschuss für die wohl größte breitensportliche Veranstaltung im Landkreis Börde fiel pünktlich um 12 Uhr. Danach schien der Mittellandkanal regelrecht überzukochen. Doch allen Prophezeiungen zum Trotz, das Wetter war nur wenig sommerlich. Für die 27 wasserfesten Teams kein ernsthaftes Problem. Schon gar nicht für das "Allstarteam". "Wir wussten genau, worauf wir uns hier einlassen", verriet Jana Lange stellvertretend für alle Teilnehmer, die erstmals mit den Handballerinnen aus Barleben an den Mittellandkanal kam, "nämlich wacklige Boote und überschäumendes Wasser. Da störte uns der eine oder andere Regentropfen nicht wirklich." Da hatten die gut geschminkten "Las Nablos" aus Wolmirstedt, die nun nicht unbedingt gewinnen, sondern einfach nur gut aussehen wollten, mehr Probleme mit dem Regen. Letztlich aber schien den Männern mit den außergewöhnlichen Kostümen doch noch die Sonne auf den nackten Bauch. Für ihre "Kopflose" Idee bekamen sie zwar keinen Schönheitspreis, aber dafür durften sie sich über den Spaßpokal freuen. Den Schönheitspreis hätten, wenn überhaupt, die "Wilden Schwestern" aus Dolle oder "Die Ohrenixen", zwei attraktive Frauen-Achter, verdient.

Auch der spektakulärste Cup geht einmal zu Ende - und das stets mit der Siegerehrung. Aber danach war noch lange nicht Schluss. Es muss so gegen 20 Uhr gewesen sein, als die ersten Klänge des DJ die "Party am Kanal" einläuteten. Bis dahin hatte sich längst wieder die Sonne gezeigt. Als aber der letzte Gast die Feier verließ, war es stockdunkel.

Bilder