Wolmirstedt l An der Planung für die Deichsanierung zwischen Glindenberg und Heinrichsberg wird mit Hochdruck gearbeitet. Das war nach den Expertenvorträgen deutlich. In drei Bauabschnitten soll dieser Deichabschnitt Din-gerecht ausgebaut werden.

Der erste Bauabschnitt beginnt in Heinrichsberg und endet 900 Meter vor dem Wald am Feldweg. Der zweite Bauabschnitt schließt sich mit etwa der gleichen Länge an und endet hinter dem Deichabschnitt, der beim Juni-Hochwasser 2013 geschädigt wurde. Der dritte Bauabschnitt führt durch den Wald bis zur Elbstraße Glindenberg.

Der insgesamt 4,4 Kilometer lange Deichabschnitt wird höher und breiter als bisher, sodass der Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) die Grundstücke der neu zu nutzenden Flächen kaufen muss. Der Glindenberger Gerd Grämer fürchtet ein jahrelanges Prozedere. Andreas Thiel vom Igt-Planungsbüro konnte Entwarnung geben. "Wir holen erst einmal von den jetzigen Eigentümern eine Bauerlaubnis ein, der Landerwerb erfolgt später." Bei den bisherigen Verhandlungen habe sich kein Eigentümer gewehrt.

Das Deichstück ist derzeit zwischen 14 und 23 Metern breit und wird auf rund 24 bis 29 Meter verbreitert. Eine asphaltierte Deichkrone soll Kontrollfahrten möglich machen. Für die schwere Technik wird landseitig eine fünf Meter breite Berme mit einem Deichverteidigungsweg angelegt.

Weiterhin wird ein vorhandener Feldweg als neue Zufahrt zum Deich ausgebaut. Während des Deichrutsches am 12. Juni 2013 waren die Helfer nur unter größten Schwierigkeiten durch den Wald an den Deich gelangt. Rund 100 Bäume mussten binnen kürzester Zeit gefällt werden. "Einen Teil dieser Fläche werden wir als Ausweichstelle und Wendemöglichkeit auf dem Deich nutzen, denn hier sind die Bäume bereits verschwunden", sagt Andreas Thiel.

Die wegen der Deichverbreiterung zu fällenden Bäume werden an anderer Stelle ersetzt. "Wir haben bereits Ausgleichsflächen in der Gemarkung Wolmirstedt gefunden", erklärt Burkhard Henning, Chef des LHW. Weiterhin sollen an der Wasserseite des Deiches 45 Eichen gepflanzt werden. "Die schützen vor Eisgang", erklärt Jörg Brämer vom Umweltamt des Landkreises.

Die Furcht vor Klagen durch Naturschützer und einer damit einhergehenden Bauverzögerung war bereits bei früheren Zusammenkünften zum Hochwasserschutz formuliert worden. "Dieser Deichbau bedarf keiner baurechtlichen Genehmigung vom Landesverwaltungsamt", konnte Jörg Brämer beruhigen, "so ein Genehmigungsverfahren würde Monate und Jahre dauern." Für diese baurechtliche Genehmigung ist der Landesbetrieb für Hochwasserschutz selbst zuständig. Vom Landkreis erfolgt nur eine naturschutzrechtliche Genehmigung.

Die Deichsanierung allein kann jedoch nicht vor dem nächsten Hochwasser schützen. "Bereits seit 2002 arbeitet der LHW verstärkt daran, den Flüssen mehr Raum zu geben", sagt Burkhard Henning, "die Polderflächen nehmen allerdings mehrere 100 Hektar in Anspruch und es kann Jahre dauern, bis wir sie bekommen."

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz kümmert sich um 1312 Deichkilometer in Sachsen-Anhalt. Um die Arbeit zu bewältigen, wurden 40 Kollegen neu eingestellt.

Zur Informationsveranstaltung hatten die Stadt und das Aktionsbündnis "Hochwasserschutz an Elbe und Ohre" eingeladen. Neben den Bündnissprechern Gisela Gerling-Koehler (FDP) und Jürgen Bednorz (CDU) saßen Burkhard Henning und André Pasemann vom LHW im Präsidium. Aus dem Rathaus war der zuständige Fachdienstleiter Dirk Illgas im Publikum.