Der Ersatzneubau der Glindenberger Kita "Kleine Elbstrolche" soll im August fertig sein. Allerdings gibt es noch Probleme mit der Entwässerung. Offenbar wurde sie bei den Planungen vergessen. Auch die künftige Nutzung des anliegenden Pfarrgartens als Spielplatz ist noch offen.

Glindenberg l Das neue quadratische Kita-Gebäude strahlt in frischem Hellgrün. Innen wirbeln die Handwerker. Die neuen Außenanlagen wirken gut angelegt, die Wege sind bunt gepflastert, der neuausgesäte Rasen zeigt fettes Grün. Und doch haben sich Wermutstropfen in den Bauablauf geschlichen. Bei der Planung wurde offenbar die Entwässerung vergessen.

Sabine Bednorz vom Fachdienst Immobilien und Planung des Wolmirstedter Rathauses dementiert nicht, spricht aber von "technischen Problemen mit der Entwässerung." Genaueres will sie nicht sagen, "weil die Prüfung des Sachverhaltes noch nicht abgeschlossen ist."

Mit einer längeren Bauzeit ist wohl trotzdem nicht zu rechnen. Ende August soll die Kita fertiggestellt sein. Zum ersten Spatenstich im Oktober 2013 wurde zwar noch der April als Einzugsmonat für die Kinder genannt, doch dieser Termin wurde schon lange in den August verschoben.

Die Kosten bleiben im Rahmen

Der Geldbeutel der Stadt soll trotzdem nicht zusätzlich strapaziert werden. "Das Bauvorhaben befindet sich im geplanten Kostenrahmen", heißt es aus dem Rathaus. Von den rund 1,2Millionen Euro trägt mit rund einer Million Euro die Stadt den Löwenanteil. Aus dem Bundesprogramm zur "Förderung von Investitionen in Kinderkrippen" stammen 241500 Euro.

Derzeit besuchen 47 Kita-und 30 Hortkinder die Kita "Kleine Elbstrolche". Das neue Haus wird für die Kita-Kinder gebaut. Die Hortkinder werden in ihrem Domizil auf dem Gemeindehof bleiben. Eine Verschiebung des Umzugstermins ist laut Andrea Weimeister, Geschäftsführerin des Trägers, der Sozialen Bürgerinitiative gGmbH (SBI), keine Katas- trophe. Sie weiß die kleinen "Elbstrolche" im jetzigen Gebäude gut aufgehoben.

Das Neue wird allerdings richtig schön. Andrea Weimeister zeigt das Atrium, den Empfangsraum für die Kinder in der Mitte des Hauses. Durch ein pyramidenförmiges Glasdach fällt Licht hinein. "Dieses Atrium habe ich mir gewünscht", sagt sie, "und ich freue mich sehr, dass dieser Wunsch umgesetzt wurde."

Überall wirbeln die Handwerker. "Die Gewerke Trockenbau, Heizung, Sanitär und Elektro sind soweit vorangeschritten, dass mit den Malerarbeiten begonnen werden konnte", sagt Sabine Bednorz. Das Farbkonzept wurde mit Andrea Weimeister und ihrem Team abgestimmt. Die SBI-Geschäftsführerin zeigt Pläne für die Fliesen. "Jede Gruppe soll eine andere Farbe bekommen, dazu zählt auch die Farbe der Fliesen in den Sanitärräumen." Gelb sollen sie werden, fliederfarben, terrakotta und grün. "Die Fliesenlege- und Bodenbelagsarbeiten sollen als nächstes beginnen", blickt Sabine Bednorz vorraus.

Außen sind Rollerwege angelegt. Das Gelände ist so modelliert, dass das Regenwasser davon in die Grünbereiche fließt und versickert. Das Holzschiff, auf dem die Kinder schon auf dem alten Spielplatz herumgeklettert waren, wurde wieder aufgebaut. Die Rüstung am Haus soll fallen, sobald der Sonnenschutz angebaut ist. Dann kann die Realisierung aller Hausanschlussleitungen eingetaktet werden. "Dies ist die Voraussetzung für die Inbetriebnahme der technischen Anlagen und die Fortführung der Arbeiten an den Außenanlagen", so Sabine Bednorz. Derzeit wird mit den jeweiligen Versorgungsträgern abgestimmt und vorbereitet.

Über den Pfarrgarten laufen Verhandlungen

Seit langem ist im Gespräch, dass der nebenliegende Pfarrgarten den Spielplatz der Kita erweitern soll. "Der ist aber nicht Bestandteil des Neubauprojektes", betont Sabine Bednorz. Geplant werde erst, wenn das Grundstück und Geld aus dem Stadthaushalt zur Verfügung stehen.

Die Kirche ist interessiert. "Wir würden den Pfarrgarten der Stadt als Erbpacht überlassen", sagt Pfarrer Dieter Kerntopf. Von dem über 4000 Quadratmeter großen Grundstück könnten 3000Quadratmeter als Spielplatz genutzt werden. Die Stadt soll im Zuge der Flächenübernahme die gesamte Fläche pflegen sowie die Mauer instand setzen.

Der Stadthaushalt knirscht mit 194700 Euro im Minus. Die Kita-Mitarbeiterinnen würden den Kindern das Gelände trotzdem gerne zum Spielen geben. Das Pfarrgrundstück ist eine Verheißung. Auch wenn der Garten, der einst zur Streuobstwiese erklärt worden war, sehr verwildert ist, so braucht es nicht viel Phantasie, um sich unter den Kronen der uralten Bäume einen Naturspielplatz vorzustellen. Das angrenzende Pfarrhaus wird demnächst leergezogen. "Was damit wird, wissen wir noch nicht", sagt der Pfarrer.