Montag ist für Jörg Wieczorek Großkampftag, müht er sich, vor allem die landwirtschaftlichen Wege, die scheinbar über das Wochenende zu wilden Deponien verkommen, vom Müll zu befreien. Wie der Mitarbeiter des Barleber Wirtschaftshofes konstatiert, eine sich Woche für Woche wiederholende Aufgabe.

Barleben l Robert Lierske, Chef des Barleber Wirtschaftshofes, ist gestern Vormittag ziemlich "angefressen": "Immer wieder schmeißen einige Unbelehrbare ihren Müll in die Landschaft, wohl wissend, dass die Kosten letztlich wir alle tragen müssen. Bei mir verstärkt sich zudem immer mehr das Gefühl, dass nicht wenige gerade das Wochenende dafür nutzen, ihren Dreck in der Landschaft zu entsorgen."

Das heißt, dass nicht selten Anfang der Woche zusätzlich Mitarbeiter von ihren eigentlichen Aufgaben abgezogen werden müssen. Die dann Jörg Wieczorek, der für die Reinigung in Barleben verantwortlich ist, zur Seite gestellt werden, um für klar Schiff zu sorgen. Wie Wieczorek betont, ist dieser Montag schon längst kein Einzelfall mehr. Inzwischen sind es Unmengen von Müll, die der Angestellte des Wirtschaftshofes in den vergangen Monaten gerade am ersten Wochentag auf dem Wirtschaftshof "zwischenlagern" musste.

Robert Lierske schätzt, dass allein seit Jahresbeginn knapp 30 Tonnen aufgelaufen sind, "und ein Ende ist nicht abzusehen. Denn ist ein Bereich beräumt, dann kann man wetten, dass tags darauf wieder an der gleichen Stelle die gleiche Menge Müll liegt." Schwerpunkte sieht der Chef neben den Containerstellplätzen in der Thälmann- und der Ebendorfer Straße vor allem entlang der landwirtschaftlichen Wege im Bereich zwischen Ebendorf und Meitzendorf.

Der Chef des Wirtschaftshofes resigniert nicht vor der Mülllawine, weiß aber auch keine Lösung. Und so prangert er das Problem immer wieder an. Erst recht, nachdem auch gestern binnen kürzester Zeit seine Mitarbeiter wieder "außerplanmäßig" blaue Säcke füllen mussten. In den Sommermonaten ist es immer mehr zur Unsitte geworden, privaten Grünschnitt auf kommunalen Grünflächen zu "verkippen".

Aber nicht alles passt in den Müllsack. "Manchmal habe ich den Eindruck", so Jörg Wieczorek, "einige Mitmenschen entsorgen ihren ganzen Hausstand in der Landschaft. So finden wir Fernseher, Kühlschränke, Waschmaschinen und Möbel in großer Zahl."