Über 200 Kinder aus vier Grundschulen ließen beim Kinderaktionstag der Sportjugend Börde in der Halle der Freundschaft die Luft brennen. Sie feuerten ihre Klassenkameraden lautstark beim Staffelwettkampf an. Anschließend gab es draußen viel zu entdecken.

Wolmirstedt l Kim Bensch (9) und Julie Wesemann (10) aus der Gutenberg-Schule sitzen geruhsam am Rande des Sportplatzes. Sie haben bereits alle Stationen des Sportaktionstages absolviert. "Mir hat das Sumo-Ringen am besten gefallen", sagt Kim. "Und mir einfach alles", sagt Julie. Damit hätten die Veranstalter zumindest bei diesen beiden Mädchen ihr Ziel erreicht.

Einen Vormittag lang konnten die Kinder Sportarten ausprobieren, die nicht zum Alltag gehören. Das Sumo-Ringen in dicken Anzügen gehört dazu, aber auch Kugel-Laufen, Curling-Spiel und Hüpfburghüpfen. "Wir wollen die Kinder mit solchen Veranstaltungen stark machen gegen Sucht und Drogen", sagt Ralf Sacher von der Sportjugend Börde, "sie sollen den Mut haben, auch mal Nein zu sagen."

Kinder sollen den Mut haben, Nein zu sagen

Den Mut haben sie, wenn sie sich selbst stark fühlen. "Dazu kann Sport einen großen Beitrag leisten", so Ralf Sacher, "beim Sport lernen sie Zielstrebigkeit, Teamgeist und finden Freundschaft."

Beim Aktionstag geht es jedoch nicht nur um Körpererfahrungen, sondern mit Hilfe vieler Partner wird alltagstaugliches Wissen vermittelt. Eva Blamberg und Angelika Ernst von der Verbraucherzentrale haben für gesunde Ernährung geworben. Sie plädierten für Obst und Gemüse und vermittelten konkretes Wissen. Tobias Miehlke (8) und Till Lautenschläger (9) aus der Gutenberg-Schule erfuhren bei ihnen, dass grüner Spargel bereits Licht gesehen hat, während weißer ausschließlich unter der Erde wuchs. "Wir haben uns sehr gefreut", sagt Angelika Ernst, "als ein Kind sagte, Fruchtzwerge sollen lieber im Supermarkt bleiben."

Finja Joppke (9) aus der Rogätzer Grundschule "Werner Moritz" indes beantwortet die Fragen der Mitarbeiter des Weißen Ringes und erfährt im Gespräch, dass sich jeder nach einer Gewalterfahrung an die Opferschutzorganisation wenden kann.

Sportjugend Börde hat über 20 Partner

"Wir haben über 20 Partner", sagt Ralf Sacher, dazu gehören auch das DRK, der Paritätische, das Frauenhaus und der Kinderschutzbund. Die vielen Stände der Sportjugend wurden von Schülern der Fachschule für Sozialpädagogik betreut.

Den Auftakt des Sportaktionstages bildeten jedoch Staffelwettkämpfe. Mannschaften der Wolmirstedter Grundschulen Gutenberg und Diesterweg, der Samsweger Grundschule "Am Heiderand" und der Grundschule "Werner Moritz" aus Rogätz traten gegeneinander an und wurden lautstark von ihren Klassenkameraden auf den Rängen angefeuert. Bei diesen Wettkämpfen siegte am Ende das Team der Diesterweg-Grundschule, das unter lautem Jubel gefeiert wurde. "Alle anderen Aktionen sind Mitmach-Aktionen", sagt Ralf Sacher. Dafür gibt es keine Wertung, aber anhand eines Laufzettels können die Kinder erkennen, ob sie jede Station angelaufen sind.

Ralf Sacher hätte gerne noch mehr Kinder beieinander gehabt. "Wir hätten doppelt so viele Kinder betreuen können."

   

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