Der weithin sichtbare Klutturm gilt als Wahrzeichen der Gemeinde Rogätz. Doch jetzt beginnt das Mauerwerk des Turmes mit seiner langen und wechselvollen Geschichte langsam zu bröckeln. Sanierungsmaßnahmen sind bereits geplant.

Rogätz l Von der Betonbrüstung an der Aussichtsplattform des Klutturmes lösen sich Gesteinsbrocken und drohen herabzufallen. Das wurde bei einer eingehenden Besichtigung durch einen Fachmann vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle gemeinsam mit Bauingenieur und Denkmalpfleger Erhard Jahn sowie Vertretern der Heimat- und Kulturfreunde Rogätz festgestellt.

"Wir haben umgehend das Bauamt der Verbandsgemeinde Elbe-Heide und die Untere Denkmalschutzbehörde informiert", berichtet Margitta Häusler, Vorsitzende der Rogätzer Heimat- und Kulturfreunde, die das historische Bauwerk für interessante Ausstellungen nutzen und an bestimmten Tagen ein Besteigen ermöglichen.

Unverzüglich erfolgte durch das Bauamt und Rogätzer Gemeindearbeiter eine Sicherung des Bereiches rund um den Klutturm. "Fünf Meter im Umkreis um den Klutturm wurde abgesperrt", informierte Olaf Schmilas vom Bauamt der Verbandsgemeinde Elbe-Heide.

"Auch innerhalb des Klutturmes, besonders an der Betondecke des Rittersaales, drohen Abplatzungen."

Besonders beeinträchtigt ist dadurch ein Teil des Spielplatzes des unmittelbar daneben befindlichen Kindertagesstätte "Elbespatzen". "Auch innerhalb des Klutturms, besonders an der Betondecke des Rittersaales, drohen Abplatzungen", weist Margitta Häusler auf eine weitere Gefahrenquelle hin. Der Heimatverein hatte darauf schon vor einiger Zeit aufmerksam gemacht. Jetzt muss etwas geschehen. Erhard Jahn hat alle Mängel aufgelistet und erstmals ein genaues Aufmaß des Turmes erstellt. Geplant ist zunächst einmal das Verfugen der Außenwände des Turmes. "Dafür steht auch Geld zur Verfügung", weiß die Vorsitzende der Heimat- und Kulturfreunde.

"Für die Sanierung der Fassade sind Fördermittel aus dem Leader-Programm der Europäischen Union beantragt worden", klärt Bauamtsleiter Christian Meseberg auf. Der Fördermittelbescheid liegt inzwischen auch vor. Von den mit 130000 Euro veranschlagten Baukosten können 80000 Euro aus Fördermitteln bestritten werden. "Nach den notwendigen Ausschreibungen sollen die Arbeiten im kommenden Jahr beginnen", berichtete Olaf Schmilas.

"Die Heimatfreunde befürworten eine solche Lösung."

"Aber es sind sicherlich noch weitergehende Maßnahmen nötig, um das Problem des Verwitterns durch Starkregen und Schnee zu beseitigen", macht Margitta Häusler deutlich. Erhard Jahn hat dazu eine Veränderung des Daches auf dem Klutturm vorgeschlagen. Es sollte Plattform und Brüstung überragen, aber weiter die Aussicht von hoch oben auf die schöne Landschaft ermöglichen. "Die Heimatfreunde befürworten eine solche Lösung", so Margitta Häusler.

Fast 100 Jahre lang hat die Witterung auf den Turm beinahe ungeschützt einwirken können. In den Jahren 1921/22 war hoch oben ein Wasserbecken aufgesetzt worden. Bis dahin besaß der Klutturm ein Zeltdach, das Regen und Schnee vollständig ableitete.