Seit 20 Jahren veranstaltet Lothar Rummel in der Kreisvolkshochschule englische Wochenenden und erfreut sich einer wachsenden Fan-Gemeinde. Jetzt hat dieses Projekt bei einer Online-Abstimmung von Reader`s Digest den 1. Preis geholt.

LandkreisBörde l Morgen startet Lothar Rummel mit 34 Teilnehmern das 105. "English Weekend". Um "Boston Tea and other parties" geht es bei diesem Englisch-Kurs im Kloster Hedersleben. Die meisten Teilnehmer gehören schon zum Stamm und kommen aus ganz Deutschland, doch auch sechs Neulinge sind dabei. Fast auf den Tag genau seit 20 Jahren gibt es die "English Weekends".

Diese lange Erfolgsgeschichte hat Lothar Rummel, dem Erfinder der englischen Wochenenden, Mut gemacht, sich um den Weiterbildungspreis bei Reader`s Digest in der Kategorie Sprachen, Gesellschaft und Geschichte zu bewerben. Bei der Online-Abstimmung haben die "Weekends" die meisten Stimmen erhalten und damit den ersten Platz belegt. In einer Festveranstaltung in Baden-Baden konnte Lothar Rummel den symbolischen Scheck über 2500 Euro entgegennehmen.

"Mit dem Weiterbildungspreis wollen wir ein Zeichen für lebenslanges Lernen setzen und interessante Weiterbildungsprojekte unterstützen"; erklärte Werner Neunzig, Geschäftsführer von Reader`s Digest Deutschland.

Auf den Preis werden die Kursteilnehmer an diesem Wochenende sicher anstoßen. "Wir sind allen sehr dankbar, die online für uns abgestimmt haben", versichert Lothar Rummel. Natürlich hat er im Freundeskreis viele Mails verschickt und um Unterstützung gebeten. Es hat geklappt. Und er hat auch schon einen Teil des Preisgeldes verplant: "Wir hatten Glück, dass Richard Martin aus Darmstadt an diesem Wochenende noch frei war, so haben wir ihn noch kurzfristig engagiert." Richard Martin ist ein englischer "Storyteller", also Geschichtenerzähler, der die Abendunterhaltung am Sonnabend zum großen Teil bestreiten wird.

Häufig wird an den Abenden gesungen. Lothar Rummels Frau Maren ist immer dabei. Beide spielen Gitarre. Und sie tanzen auch. Rummels lieben Scottish Country Dancing. Im Studium hat der heute 60-Jährige bei Muttersprachlern die ersten englischen Volkstänze gelernt. Nach der Wende hat er sich in Schottland ein Buch darüber gekauft, hat mit seiner Frau Wochenendkurse besucht, ein paarmal sogar in Schottland. Das Wissen geben sie gern weiter. Einfache Tänze, hauptsächlich in der Gasse, werden getanzt, sagt Lothar Rummel. Und er tanzt im Kilt, dem Schottenrock. "Ich habe sogar zwei, einen zum Üben und einen guten", meint er schmunzelnd.

Die USA sind übrigens zum ersten Mal Thema eines "Weekends". Schottland, Irland, England, Australien, Neuseeland, Kanada, das alles gab`s schon mehrmals mit ganz verschiedenen Themen. "Zum Glück gehen uns die Themen nicht aus."

Lothar Rummel ist optimistisch, dass sich daran nichts ändern wird. In fünf Jahren geht er in Rente, bis dahin könnte er das 125. Weekend schaffen und den 25. Jahrestag dieser besonderen Kurse. Bei Kollegen sucht er schon vorsichtig einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin, denn es soll schließlich weitergehen. Und mitmachen würde er sicher noch, nur die Organisation müsste weiter über die KVHS laufen. Bis es soweit ist, wird er aber noch mehrere Shirts mit dem Aufdruck "Welcome", dem Motto, der englischen Flagge und den "Tourdaten" bestellen. Wer 25mal dabei ist, bekommt ein weißes T-Shirt, bei 50 Wochenenden gibt es ein schwarzes. Das bezahlt Lothar Rummel übrigens aus der eigenen Tasche. "English Weekend" das ist für ihn eine Familie.

Diese Wochenendkurse sind auch für ihn Höhepunkte. Im normalen Volkshochschul-Alltag gibt er in vier Kursen in der Woche in Wanzleben Englischunterricht. Außerdem steht jetzt ein Intensivkurs vom 14. bis 18. Juli in Oschersleben, täglich von 9 bis 14 Uhr, im Programm. Dafür sind noch Plätze frei.

Das nächste "English Weekend" ist vom 26. bis 28. September in Wanzleben geplant. "Down under" ist das Thema, es geht um Australien und Neuseeland. Mehr dazu unter www.english-weekend.de