In einer gut dreistündigen Sitzung konstituierte sich der neu gewählte Kreistag am Mittwoch. Die Christdemokratin Gabriele Brakebusch wird in der Legislaturperiode bis 2019 den Vorsitz führen. Waltraud Wolff (SPD) und Guido Henke (Linke) stehen ihr zur Seite.

Haldensleben l "Bevor wir mit der Arbeit beginnen, gratuliere ich allen neuen Mandatsträgern zur Wahl", wandte sich Landrat Hans Walker an die Frauen und Männer an den langen Tischen vor ihm. "Sie werden bis zum Frühjahr 2019 als Hauptorgan des Kreises gemeinsam mit mir Entscheidungen vorzubereiten und zu treffen haben, die auf das Wohl aller Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises Börde ausgerichtet sind. Ich sage das auch mit dem Blick auf die 14 in den Kreistag gewählten haupt-, ehrenamtlichen und Ortsbürgermeister, die, und das ist durchaus verständlich, das Geschehen auf gemeindlicher Ebene im Auge behalten."

Walker fuhr fort: "In dieser Legislaturperiode bauen wir ein neues Kreishaus in Haldensleben. Als Symbol der kommunalen Selbstverwaltung müssen Kreistag und Verwaltung gemeinsam und engagiert daran arbeiten, das ehrgeizig abgesteckte Ziel der Fertigstellung bis 31. Dezember 2016 zu erreichen."

Bundes- und Landtagsabgeordnete haben nach der Wahl zum Vorsitz des Kreistages im Präsidium Platz genommen. Gabriele Brakebusch von der CDU, die zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde, ist Landtagsabgeordnete. Die Harbkerin folgt Dr. Karl-Heinz Daehre, der bisher dieses Amt inne hatte, aus Altersgründen aber nicht mehr für den neuen Kreistag kandidierte. Als erste Stellvertreterin wurde Waltraud Wolff von der SPD gewählt. Die Sozialdemokratin ist Abgeordnete des Bundestages. Zweiter Stellvertreter ist Guido Henke von der Fraktion Die Linke, er ist wie die Vorsitzende Abgeordneter des Landtages von Sachsen-Anhalt.

Gabriele Brakebusch übernahm die Leitung der Sitzung von Hans-Jochen Tschiche, der als ältestes Kreistagsmitglied die anderen Mitglieder auf die gewissenhafte Erfüllung ihrer Amtspflichten verpflichtet hatte. Sie möge mit der "Bande" gut zusammenarbeiten, gab er ihr mit auf den Weg.

Die Harbkerin stieg gleich richtig ein und wies sogar den Landrat mit dem Hinweis "An dieser Stelle habe ich schon übernommen" zurecht, als er abstimmen ließ, nachdem er zur Entscheidung über die Gültigkeit der Wahl gesprochen hatte. Und die Kreistagsmitglieder mussten noch einmal abstimmen, dann lief alles glatt. Bei dem Abstimmungsmarathon mussten allerdings die Stimmscheine einige Male länger oben bleiben, damit exakt gezählt werden konnte.

Diskussion gab es, da die neue Kommunalverfassung erst am 1. Juli in Kraft getreten ist. Aber wenn auch Geschäftsordnung und Hauptsatzung neu beschlossen werden mussten, auf der Grundlage der alten Regelwerke bestehe dennoch Rechtssicherheit, hieß es aus der Verwaltung. Der auf den letzten Drücker fertig gewordene Entwurf der Hauptsatzung sei mit dem Landesverwaltungsamt abgestimmt und gelte als genehmigungsfähig. Erst am Montag war der Entwurf fertig geworden, und die Kreistagsmitglieder erhielten die Ergänzungen erst vor der Sitzung als Tischvorlage.