Der Praxistag im Kaliwerk Zielitz hat sich bewährt. Diese Einschätzung teilen sowohl die Vertreter der Zielitzer Ganztagsschule "Werner Seelenbinder", als auch die Verantwortlichen im Kaliwerk. Das zusätzliche Ausbildungsangebot gibt es seit dem zweiten Schulhalbjahr 2006/2007.

Zielitz l Ohne Scheu geht John Ballerstedt mit der Bohrmaschine um. Der Bohrer frisst sich mit einem leisen Surren in das Metall. "Danach wird noch Gewinde hineingeschnitten", erklärt der Neuntklässler aus der Zielitzer Sekundarschule.

John Ballerstedt und seine Mitstreiter Jonas Otto, Tom-Lucas Albrecht, Marc Becker, Christian Bartlitz und Sören Wagner vertauschen an jedem Mittwoch nach der zweiten Unterrichtsstunde die Schulbank mit der Werkbank. In einem separaten Raum der Lehrwerkstatt im Kaliwerk Zielitz erlernen sie bei Ausbilder Michael Sinn die Grundbegriffe der Metallbearbeitung. "Wir fertigen in diesem Halbjahr einen Anschlagwinkel an", informiert der Lehrausbilder.

Beim Praxistag im Kaliwerk bekommen die Schüler erste Eindrücke davon, was sie in ihrem Berufsleben erwartet. "Für viel Schüler, die bisher am Praxistag teilgenommen haben, war das eine wichtige Erfahrung bei der Entscheidung für ihre Berufswahl", weiß Lehrer Lutz Regener, der in der Zielitzer Schule für die Berufsorientierung verantwortlich zeichnet.

Das bestätigt auch Sören Wagner. "Die Arbeit macht mir besonders viel Spaß, weil ich selbst technisch sehr interessiert bin." Ebenso geht es Tom-Lucas Albrecht. Für beide steht fest, dass sie sich im Kaliwerk Zielitz für einen Ausbildungsplatz als Industriemechaniker bewerben wollen.

Die Einführung des Praxistages war im Oktober 2006 von der Gesamtkonferenz der Zielitzer Sekundarschule beschlossen worden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit dem Kaliwerk Zielitz unterzeichnet. Der Betrieb scheute keine Kosten und Mühen. Für den Praxistag wurde extra ein Raum in der Ausbildungswerkstatt hergerichtet.

"Am letzten Ausbildungstag steht noch eine Werksbesichtigung an."

"Als Schule freuen wir uns natürlich, dass wir zur Qualifizierung unseres praxis- orientierten Unterrichtes mit dem Kaliwerk Zielitz einen kompetenten und erfahrenen Partner gewinnen konnten", betont auch Schulleiter Henning Bialek.

Meist gibt es bei den Schülern der neunten Klassen mehr Interessenten als die für den Praxistag zur Verfügung stehenden sechs Plätze. Dann entscheidet die Klassenkonferenz.

Am vergangenen Mittwoch, dem vorletzten Ausbildungstag in diesem Schuljahr, hatte Lutz Regener ein kleines Dankeschön für Ausbilder Michael Sinn dabei. Im Namen der Schulleitung bedankte er sich für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Auch die sechs Neuntklässler wollen sich noch bei ihrem Lehrausbilder bedanken. "Am letzten Ausbildungstag steht noch eine Werksbesichtigung an. Danach bekommen wir unsere Zertifikate. Zum Abschluss wollen wir Herrn Sinn als kleines Dankeschön zu einer Pizza einladen", verriet Christian Bartlitz.