GroßSantersleben l Viel aus der Geschichte der Groß Santersleber Feuerwehr hat der Ortswehrleiter Volker Kramer zwar nicht gefunden, aber zumindest das Gründungsdatum ist verbrieft. Es war der 6. April 1934.

Damit kann die Ortsfeuerwehr in diesem Jahr auf eine 80-jährige Geschichte zurückblicken. Und das gab den Kameraden um Volker Kramer und seinen bereits gewählten Nachfolger Benjamin Blancke am vergangenen Wochenende den Anlass, mit befreundeten Wehren und dem ganzen Dorf zu feiern. Schon über Wochen liefen die Vorbereitungen für ein abwechslungsreiches Programm.

Den Auftakt bildete am Sonnabendmittag ein Festumzug, in den sich neben der Groß Santersleber Feuerwehr auch andere Wehren der Hohen Börde einreihten. Mit dabei waren auch Abordnungen aus der Partnerwehr aus Wolsdorf (Niedersachsen), der Feuerwehr Hundisburg, der Jugendfeuerwehr Wanzleben, der Eichenbarleber Schlepperfreunde "Kolbenglück" sowie der anderen Vereine aus Groß Santersleben. Ob es vor 40 Jahren, also 1974, auch so einen Umzug gab, ist nicht überliefert, aber einige Tagebuchauszüge aus dieser Zeit halten noch heute ein Stück Geschichte der Feuerwehr fest. So konnte Volker Kramer aus Aufzeichnungen aus dem Jahr 1973 zitieren, dass beschlossen worden ist, dass 1974 ein Feuerwehrfest durchgeführt werden soll. Dazu sollte ein Festkomitee gegründet werden.

Daran hatten sich die Groß Santersleber Feuerwehrleute auch in diesem Jahr orientiert. Einige Kameraden waren als Festkomitee anhand ihrer Schildchen an der Brusttasche zu erkennen.

Viele Stunden hatten sie gegrübelt, um zum Fest Einblicke in ihre Arbeit zu ermöglichen, aber auch in feuerwehrnahen Wettbewerben ein bisschen Spaß zu bieten. Gemeinsam mit der Feuerwehr aus Hermsdorf simulierten sie den Ernstfall, als sie mit Schere und Spreizer ein Auto zerlegten und anschließend einen Verletzten daraus retteten. Auch die Vorführung unter dem Titel "Brandschutz im Haushalt" kam sehr gut bei den Gästen an. Beim geplanten LO-Ziehen war die Defekthexe mit im Spiel, so dass der Wettbewerb nicht stattfinden konnte. Mit ihrer Technik setzten die Schlepperfreunde "Kolbenglück" aus Eichenbarleben das alte Feuerwehrfahrzeug dennoch in Bewegung und konnten sich so über einen Pokal freuen. Die Schlepperfreunde waren es auch, die für einen weiteren Höhepunkt sorgten. Auf einem etwas entfernten Ackerstück stellten sie die Kraft ihrer Technik beispielsweise beim Stammziehen unter Beweis. Ein Hingucker dabei war das alte Raupenfahrzeug von Uwe Bätge.

Es war ein beeindruckendes Fest, aber auch die Arbeit im Ernstfall, die die Groß Santersleber Kameraden seit 80 Jahren im Ehrenamt leisten, bekam viel Anerkennung. So äußerten unter anderem Kerstin Pitschmann als stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Hohe Börde, Ulrich Schardt als Ortsbürgermeister, Gemeindewehrleiter Axel Klitschke und Frank Alvermann vom Kreisfeuerwehrverband Ohrekreis ihren Dank. Mit der Fluthelfernadel des Landes wurden für ihren Einsatz während des Hochwassers 2013 ausgezeichnet: Maik Herzberg, Silvio Pasemann, Marcel Herzberg, Benjamin Blancke, Bärbel Jacobs, Andreas Stadler, Silvio Stadler, Torsten Stadler, Volker Kramer, Stefan Böttcher und Mathias Kramer.

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