Wolmirstedt (gbi) l Nach der Bombendrohung, die am Sonnabend gegen 17.40 Uhr bei der Polizei gegen das Frauenhaus ausgesprochen wurde, ist wieder Ruhe eingekehrt. "Die Polizei war sofort vor Ort", erzählt Frauenhaus-Mitarbeiterin Ramona Petsch. Die anwesenden sechs Frauen und fünf Kinder wurden umgehend evakuiert. "Sie konnten in einer Gaststätte warten, bis Entwarnung gegeben wurde", sagt Teamleiterin Wladilena Engelbrecht.

Der 51-Jährige Mann, der als Tatverdächtiger festgenommen wurde, hatte bereits am Dienstag am Frauenhaus randaliert. "Auch da mussten wir schon die Polizei rufen", sagt Wladilena Engelbrecht. Die Teamleiterin ist froh, dass einige Frauen und Kinder sich gerade vor diesem Wochenende aus dem Frauenhaus verabschiedet hatten. "Normalerweise leben bei uns seit Dezember stets zehn bis elf Frauen mit ihren Kindern", sagt Ramona Petsch. Damit ist das für acht Frauen konzipierte Frauenhaus meistens zu 110Prozent ausgelastet.

Bombendrohungen hat es bisher jedoch noch nicht gegeben. "So ein massives Polizeiaufgebot habe ich erst das zweite Mal innerhalb von zehn Jahren erlebt", sagt Wladilena Engelbrecht, die froh ist, dass die Polizei so umsichtig reagiert hat. "Wir fühlen uns hier gut abgesichert", sagt sie.

"Die Drohung ist sehr ernst genommen worden", bestätigt Polizeisprecher Joachim Albrecht. Daran habe auch die Tatsache nichts geändert, dass der Tatverdächtige stark alkoholisiert war.

Die gesamte Straße wurde abgesperrt. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes brachte die Frauen, die bis dahin mit ihren Kindern im Polizeiauto gesessen hatten, in einer Gaststätte unter. Ein Sprengstoffspürhund wurde gebracht. "Unsere Spürhunde sind in der Altmark, in Magdeburg und im Harz stationiert", erklärt Joachim Albrecht. Neben Sprengstoffspürhunden verfügt die Polizei über Hunde, die Fährten, Leichen, Brandmittel und Drogen aufspüren. Als der Hund keinen Sprengstoff anzeigte, wurde Entwarnung gegeben.

"Wir haben während der Aktion funktioniert", sagt Wladilena Engelbrecht. Auch die Frauen, die wegen ihrer Gewalterfahrungen ins Frauenhaus geflüchtet waren, seien ruhig geblieben. "Was passiert, nachdem der erste Schreck vorüber ist, wird sich zeigen", sagt Ramona Petsch.