Der Fördermittelbescheid für den Umbau des Heinrichsberger Bürgerhauses ist da. Die Europäische Union und das Land Sachsen-Anhalt gewähren für das ehrgeizige Projekt die Höchstförderung von 350000 Euro.

Heinrichsberg l Das Heinrichsberger Bürgerhaus wird mit Hilfe der Leader-Förderstrategie der Europäischen Union umgebaut. Die maximal mögliche Fördersumme von 350000 Euro fließt in das Vorhaben, mit dessen Hilfe das neue Dorfzentrum mit "Rastplatz an der Elbe" errichtet werden soll.

Das zwischen 1790 und 1820 erbaute ehemalige Gutshaus der preußischen Staatsdomäne Heinrichsberg soll zum modernen Dorfmittelpunkt werden. Die Kindertagesstätte "Deichwichtel" ist bereits ausgezogen und hat im Innenhof des Bürgerhaus-Carrès ein neues modernes Quartier bezogen.

Damit wurde Platz für den Umzug des Jugendklubs im bald umgebauten Bürgerhaus geschaffen. Das bisherige Jugenklub-Domizil an der Ostseite des Bürgerhauses wird abgerissen. "Am Ostgiebel wird ein Treppenhaus mit Lift einen barrierefreien Zugang zu allen drei Gebäudeebenen ermöglichen", betonte Architekt Hubert Trompeter.

"Historische Gebäudeelemente wie Türen und die wertvollen Wandpaneele werden erhalten und sorgsam restauriert."

Mit dem insgesamt 1,4 Millionen Euro teuren Umbauprojekt erhält das Elbedorf Heinrichsberg außerdem einen neuen touristischen Ankerpunkt: den ausgewiesenen "Rastplatz an der Elbe". Über eine geplante Alternativstrecke des Elberadweges sollen Pedalritter künftig den Haltepunkt Heinrichsberg ansteuern können.

Ein überdachter Rastplatz mit Sitzgelegenheiten und Ersatzteil-Automat, Sanitärmöglichkeiten im Souterrain des Bürgerhauses sowie ein Info-Punkt mit Schautafeln über die Elbauenlandschaft und ihre Flora und Fauna werden die Ausflügler spätestens ab Ende 2015 begrüßen.

Quartier im Heinrichsberger Dorfgemeinschaftshaus wird auch eine Anlaufstelle für den Hochwasserfall beziehen, so wie es beispielsweise bei den so genannten Jahrhundertfluten in den Jahren 2002 und 2013 gehandhabt wurde. Die bei Elbeflut von mehreren Seiten bedrohte Heinrichsberger Gemarkung, die Deichwachen, Mitglieder der Wasserwehr und andere Einsatzkräfte sollen vom Bürgerhaus aus im Katastrophenfall versorgt werden können.

Moderne Sanitärbereiche, eine Küche und umweltfreundliche Heizungen werden im Bürgerhaus eingebaut. Hinzu kommen Bürgermeisterzimmer, Archivräume, Versammlungsräume - die auch für Privatfeiern buchbar sind - Ausstellungs- und Mehrzweckräume für die Damensportgruppe und die anderen Vereine des Elbedorfes.

"Historische Gebäudeelemente wie Türen und die wertvollen Wandpaneele werden erhalten und sorgsam restauriert", betonte Bettina Seidewitz (CDU), die Bürgermeisterin der Gemeinde Loitsche-Heinrichsberg. Baustart soll im Spätsommer dieses Jahres sein. Aufgrund förderrechtlicher Bindungsfristen muss das Vorhaben bis spätestens Oktober 2015 abgeschlossen werden.

"Das Projekt ist ein Paradebeispiel für die Verknüpfung gleich mehrerer Leader-Ziele."

Nach der Fertigstellung des Förderprojektes wird die von Leader nicht geförderte Innenausstattung des Bürgerhauses komplettiert. "Deshalb können bis zur endgültigen Eröffnung dann noch einige Wochen ins Land gehen", betonte Christian Meseberg, der Bauamtsleiter der Verbandsgemeinde Elbe-Heide.

Die Verbandsgemeinde ist Mitglied in der Lokalen Leader-Aktionsgruppe (LAG) "Colbitz-Letzlinger Heide". LAG-Manager Wolfram Westhus unterstrich: "Das Projekt Bürgerhaus Heinrichsberg ist ein Paradebeispiel für die Verknüpfung gleich mehrere Ziele der Leader-Strategie. Mit dem Radfahrer-Rastplatz wird der ländliche Tourismus belebt und das in einer ortsbildprägenden Bausubstanz, deren Erhalt und Sanierung ein weiteres Leader-Ziel zur Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum darstellt. Drittens beleben wir die Dorfmitte und damit gleichzeitig das gemeinschaftliche Leben, das Miteinander der Heinrichsberger, ihrer Vereine, Gruppen und engagierten Akteure."