Etwa 130 Wehrleute mussten im Landkreis Börde Dienstagabend bis gegen Mitternacht ausrücken, um Unwetterschäden zu beseitigen. Umgestürzte Bäume, Straßen unter Wasser, anschwellende Flüsse und ein Blitzschlag wurden registriert.

LandkreisBörde (mb/muß/yhe) l Starke Regenfälle und Gewitter suchten den Landkreis Börde am Dienstagabend heim. In vielen Orten konnte das Wasser nicht richtig ablaufen, dennoch ging es insgesamt noch glimpflich ab. Personen kamen nicht zu Schaden.

Schölecke-Wehr gezogen

Die Erxleber Feuerwehrleute mussten an diesem ereignisreichen Abend als Erste ausrücken. Sie wurden um 17.23 Uhr alarmiert, um ein Wehr zu ziehen, da ein Fluss übers Ufer zu treten drohte. Eine Stunde später mussten auch die Kameraden in Hödingen ihr Einsatzfahrzeug aus der Garage holen und das Wehr der Schölecke ziehen, damit die Wiesen nicht überflutet werden. Nur zehn Minuten später erwischte es auch die Siestedter Kameraden, auch sie mussten ein Wehr in der Schölecke ziehen.

In Langenweddingen sorgten die starken Regenfälle für überflutete Straßen. Kurz nach 18 Uhr mussten die Wehrleute ausrücken. Das Wasser drückte sogar Gullydeckel aus der Verankerung. Ein kleiner Bach trat über die Ufer. Die Kameraden pumpten, was das Zeug hielt. Nach etwa zwei Stunden war die Lage unter Kontrolle.

Die Erxleber Kameraden mussten kurz vor 19 Uhr zum zweiten Mal ausrücken, diesmal mit zwölf Kameraden. Das Wasser drückte aus der Kanalisation in den Keller eines Wohnhauses. Nachdem die Männer die Gullys freigelegt hatten, konnte das Wasser wieder abfließen. In Niederndodeleben waren elf Wehrleute nur etwas später dabei, an der Magdeburger Straße Gullys zu öffnen und sauber zu machen, damit das Wasser sich nicht mehr staute. Es bestand die Gefahr, dass sich die Regenmassen auch auf die Grundstücke ausbreiteten. Etwa zur selben Zeit wurde auch die Hermsdorfer Wehr alarmiert, die Einsatzkräfte mussten jedoch nicht mehr eingreifen. Die Bewohner des betroffenen Grundstücks halfen sich selbst.

Blitz schlägt in Walbeck ein

In Walbeck schlug gegen 18.22 Uhr ein Blitz in das Dach eines Wohnhauses ein. Da sich anschließend Rauch entwickelte, wurden die Wehren in Walbeck und Weferlingen alarmiert. Mit den vier Kameraden aus Oebisfelde waren 18 Wehrleute am Einsatzort. Mit der Wärmebildkamera suchten die Wehrleute den Dachbereich nach Glutnestern ab, konnten jedoch nichts feststellen, so dass sie gegen 21 Uhr den Einsatz beenden konnten.

Das Unwetter führte auch dazu, dass einige Bäume umstürzten. Die Ortsfeuerwehr Oschersleben wurde am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr gerufen, weil in der Straße An der Wasserrenne ein Baum umgestürzt war. Vermutlich waren die Wassermassen dem schon schrägstehenden Baum zuviel, so dass er auf die Fahrbahn stürzte. Mit Motorkettensäge wurde der Baum zerkleinert und anschließend wurde die Straße gereinigt. Im Einsatz waren acht Männer mit zwei Fahrzeugen. Es kam kurzeitig zu Verkehrsbehinderungen.

Nur etwas später mussten auch die Freiwilligen Feuerwehrleute in Irxleben alles stehen und liegen lassen und zum Gerätehaus flitzen. Zehn Männer waren im Einsatz, um einen umgestürzten Baum an der Darrwiesenstraße zu beseitigen.

Böse hätte es für eine junge Frau kurz vor 23 Uhr auf der Landesstraße zwischen Flechtingen und Altenhausen ausgehen können. Hier stürzte ein Baum auf die Fahrbahn. Und so wurden die Kameraden der Wehren aus Flechtingen und Altenhausen zur Halbzeit des WM-Spiels Deutschland gegen Brasilien aus dem Freudentaumel gerissen. 27 Wehrleute eilten zum Einsatzort. Die junge Frau, die hier gerade mit ihrem Auto unterwegs war, hatte riesiges Glück, sie kam mit dem Auto gerade noch zum Stehen, als der Baum auf die Straße fiel. Am Pkw entstand nur geringer Sachschaden, verletzt wurde niemand. Der heftige Regen hatte die Erde aufgeweicht, so dass der Baum entwurzelt wurde.

Auch die Kameraden in Haldensleben mussten an diesem ereignisreichen Abend ihr Fahrzeug aus der Garage holen. Allerdings hatten sie keinen direkten Unwetterschaden zu beheben. Bei einem Motorradunfall am Waldring war Kraftstoff ausgelaufen, und die sechs Männer beseitigten die Spuren.

   

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