Einmal im Monat halten Stadträte eine Bürgersprechstunde ab. Diesen Service für Bürger bieten im Wesentlichen Kurt Prilloff (CDU), Detlef Horstmann (Linke) und Heinz Maspfuhl (SPD) an. Manche Sorgen können den Bürgern auf diese Weise genommen werden.

Wolmirstedt l Am meisten ärgern sich Bürger über mangelnde Sauberkeit in der Stadt. "Hundehaufen", nennt Detlef Horstmann als Stichwort. Dieser Unsitte haben die Stadträte wenig entgegenzusetzen. Sie können nur an die Vernunft der Hundebesitzer appellieren. Andere Probleme sind hingegen gelöst. "Nach Hinweisen der Bürger wurden im Stadtgebiet störende Pappeln gefällt", sagt Heinz Maspfuhl.

Zwei anderen Dauerthemen ist hingegen ähnlich schwer beizukommen, wie den Hundehaufen: "Die Parkplatzsituation in der Straße der Deutschen Einheit lässt sich aufgrund der dichten Bebauung kaum lösen", räumt Heinz Maspfuhl ein. Und auch das, was die Nutzer des Friedhofs ärgert, kann nicht von jetzt auf gleich behoben werden. "Die Blütenblätter und das Laub der großen Kastanien können oft nicht schnell genug entfernt werden", sagt Maspfuhl. Investitionen in die Trauerhalle, die Friedhofswege oder die Friedhofsmauer gestalten sich ebenso schwierig, weil der Friedhof nicht der Stadt, sondern der Kirche gehört. "Die Kirche muss sich beteiligen", so Maspfuhl, "es laufen seit langem Verhandlungen."

Die Bürger überbringen den Stadträten auch gerne Vorschläge für die Entwicklung der Stadt. "Manche können sich eine Wohnbebauung auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses vorstellen", so Kurt Prilloff, "andere plädieren für einen Tierfriedhof."

Die Nutzung des ehemaligen Krankenhausgeländes wird innerhalb der Lenkungsgruppe, die sich mit dem Stadtentwicklungskonzept beschäftigt, diskutiert. Ergebnisse liegen noch nicht vor. "Die Möglichkeit eines Tierfriedhofs wird derzeit vom Leiter des Eigenbetriebes Wirtschaftshof geprüft", sagt Detlef Horstmann.

Die Stadtratssprechstunde gibt es seit fünf Jahren. "Ich habe davon gehört, dass es so eine Sprechstunde in anderen Städten gibt", sagt Heinz Maspfuhl, "und konnte mir das gut für Wolmirstedt vorstellen." Als Ansprechpartner haben sich die drei Herren etabliert. "Nicht jeder kann das mit seinem Beruf vereinbaren", sagt der Ruheständler Kurt Prilloff.

Die Fragen der Bürger werden an die Verwaltung weitergeleitet. "Die Mitarbeiterinnen des Büros des Stadtrates übersenden uns eine schriftliche Antwort", so Maspfuhl. Diese Antwort soll auch den Bürgern zugestellt werden. Das übernehmen ebenfalls die Mitarbeiterinnen des Stadtratsbüros. "Obwohl das Antworten eigentlich die Aufgabe der Stadträte wäre", stellte Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) kürzlich während einer Stadtratssitzung klar, "schließlich wenden sich die Bürger ja auch an sie." Letztlich verschickt nun doch die Verwaltung die Antworten an die Bürger.

"Wir sehen unsere Stadtratssprechstunde auch weiterhin als sinnvoll an", sagt Kurt Prilloff, "schließlich mag sich nicht jeder mit seinem Anliegen vor den gesamten Stadtrat stellen. Alle drei Stadträte sind wieder im neuen Rat vertreten und wollen das Angebot auch künftig in der Konstellation aufrecht erhalten.

Ein großes Ziel für die Bürger sieht vor allem Kurt Prilloff noch, nämlich den Erhalt der Ohrebrücke, der sogenannten Hindenburg-Brücke. "Damit sind schon oft Elbeuer an uns herangetreten."