Beratung und Hilfe bei Entwicklungsstörungen von Kindern bietet die Frühförderstelle in Haldensleben. Hier werden Eltern beraten und in Einzelbetreuung bei den Kindern Denkvermögen, Motorik und der sozial-emotionale Bereich geschult.

Haldensleben l Bevor aus einem Kindergartenkind ein Abc-Schütze werden kann, ist der Gang zum Arzt unvermeidbar. Bei der sogenannten Schuleingangsuntersuchung wird getestet, ob behandlungsbedürftige Krankheiten oder auch Entwicklungsstörungen vorliegen.

Wird letzteres festgestellt, kann das schlimmstenfalls dazu führen, dass die Einschulung um ein Jahr verschoben werden muss. "Mit einer rechtzeitigen Förderung könnte dem ganz einfach vorgebeugt werden", erklärt Annette Müller-Lischka, Mitarbeiterin der pädagogischen Frühförderung. Dabei sei es wichtig, dass Eltern die Entwicklung ihres Kindes beobachten und bei Verdacht mit den Erziehern der Kindertagesstätte sprechen. Auch könnten sich Eltern bei der Frühförderstelle in Haldens- leben kostenlos beraten lassen und gemeinsam mit den pädagogischen Mitarbeitern nach der besten Lösung für das Kind suchen.

"Damit ist natürlich nicht gemeint in Panik zu verfallen, wenn der Sprössling nicht gleich alles kann. Jedes Kind ist eben anders und unterschiedlich begabt", sagt Müller-Lischka. Dennoch rät sie Eltern auf mögliche Anzeichen zu achten wie beispielsweise im kognitiven Bereich, ob das Kind altersgemäß in der Lage ist logische Reihen zu bilden oder Mengen zu erfassen. Auch Unkonzentriertheit oder eine zu geringe Frustrationstoleranz könnten Anzeichen für eine Entwicklungsstörung sein. "Bei solchen Anzeichen könnte ein völlig unverbindliches Beratungsgespräch mit uns hilfreich sein", sagt sie.

Sollte nun eine Entwicklungsstörung festgestellt werden, können die pädagogischen Mitarbeiter der Einrichtung helfen. In 60-minütigen Einzelbetreuungen wird spielerisch neben dem Denkvermögen auch die Motorik und der sozial-emotionale Bereich der Kinder geschult.

Ein weiterer Schwerpunkt der Einrichtung ist aber auch die Elternberatung. Dabei würden die Mitarbeiter hilfreiche Tipps geben, wie etwa das Kind auch zu Hause unterstützt werden kann und wie die Familie am besten auf das Kind in gewissen Situationen reagieren sollten. "Auch helfen wir Eltern von geistig oder körperlich eingeschränkten Kindern, diese Besonderheit zu akzeptieren und zu fördern", sagt Müller-Lischka. Demnach seien auch viele Frühchen in der Förderung.

Zur Zeit erhalten insgesamt 84 Kinder eine heilpädago- gische Förderung der Lebenshilfe Ostfalen in der Frühförderstelle in Haldensleben. Insgesamt 29 Kinder davon können sich dieser Tage auf ihre Einschulung freuen. Im Schnitt wurden sie ein bis zwei Jahre durch eine der sieben pädagogischen Mitarbeiter individuell betreut, in ihrer Entwicklung gefördert und begleitet. Ein- bis zweimal in der Woche besuchten die Vorschulkinder die Frühförderstelle oder wurden auch von zu Hause aus gefördert. "Besonders in ländlichen Gegenden ist es Eltern nicht immer möglich, die Kinder herzubringen. Daher sind wir froh, dass wir auch Hausbesuche anbieten können", sagt sie weiter.

Zur Verabschiedung der diesjährigen Vorschüler der Einrichtung fanden in der Kirchstraße 12a unterschiedliche Aktionen statt. So gab es bereits einen Kreativworkshop und eine Schatzsuche für Piraten mit verschiedenen Bewegungsspielen. Dank der Frühförderung können sich die "großen Kleinen" nun auf ihren ersten Schultag freuen.

Gesprächs- und Informationszeiten der Frühförderstelle Haldensleben, Kirchstraße 12a, jeweils am Montag, Dienstag und Donnerstag von 12 bis 13 Uhr und Mittwoch von 12 bis 14 Uhr. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch bei der Einrichtungsleiterin Krimhild Grahn unter: 03904/45127.