In der Straße Am Birkenwäldchen stehen acht Häuser. Nur, weil sie sich in der Gemarkung Glindenberg befinden, haben sie ein Problem: Das Abwasser fließt hier noch immer in herkömmliche Klärgruben ab. Doch jetzt bahnt sich offensichtlich eine Lösung an.

Wolmirstedt l Endlich Licht am Ende des (Abwasser)Kanals. Das soll heißen, die acht Häuser in der Straße Am Birkenwäldchen in der Siedlung Glindenberg dürfen darauf hoffen, nun doch schnellsmöglich an das Magdeburger Abwassernetz angeschlossen zu werden.

Wie auf Nachfrage der Volksstimme zu erfahren war, suchte Jörg Meseberg, Geschäftsführer des Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WWAZ), auch deshalb jüngst das Gespräch mit Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper. Der Verbandschef aber betonte, dass der eigentliche Grund der Zusammenkunft in Magdeburg "primär die Klärung der Abwasserfrage für die nächsten 25 Jahre war, soweit das Gebiet zwischen Mittelandkanal und A2 betroffen ist".

Wie Jörg Meseberg in diesem Zusammenhang erläuterte, bietet der WWAZ zwei konkrete Optionen an. Neben der Überleitung des Abwassers nach Gerwisch steht der Ausbau der Kläranlage in der Angerstraße in Wolmirstedt dabei zur Debatte. Das günstigere der beiden Projekte soll nun von Fachleuten gefunden werden. Zum Jahresende dürfte dann auch die Kostenfrage geklärt sein, so Jörg Meseberg, "kann die Verbandsversammlung eine endgültige Entscheidung treffen".

Noch aber zeigt sich die Vertragssituation zwischen Magdeburg und Wolmirstedt recht undurchsichtig, erläuterte Frank Wichmann, der als Jurist des WWAZ an dem Gespräch teilnahm. Nach seiner Meinung führten "Ungereimtheiten", ohne dabei auf Details einzugehen, in der Vergangenheit zu Meinungsverschiedenheiten, die eine endgültige Klärung immer wieder hinauszögerten. "In der nächsten sechs Monate aber wollen beide Parteien einen unterschriftsreifen und langfristigen Vertrag vorlegen", so der Jurist.

Gute Nachricht mitgebracht

Wie der Verbandsgeschäftsführer Jörg Meseberg den Anwohnern der Siedlung Glindenberg aber im Vorfeld fest zugesagt hatte, wurde am Rande dieser Unterredung in Magdeburg auch das Thema "Birkenwäldchen" erörtert. Und der Verbandschef kam mit einer guten Nachricht aus der Landeshauptstadt zurück. Demnach wollen bereits am 5. August beide Parteien - WWAZ und Abwassergesellschaft Magdeburg (AGM) - über einen Vertrag zusammen sitzen und die Details festlegen. "Die Vorzeichen für eine endgültige Klärung sind offenbar gut", gab sich Jörg Meseberg sehr zuversichtlich.

Zur Erinnerung: Für die acht Häuser des "Birkenwäldchens" ist der WWAZ zuständig, der aber hier keine Abwasserleitung vorhalten kann. An der Kurve der Straße endet die Gemarkung Wolmirstedt, beginnt Magdeburg, wo ein ausgebautes Abwassernetz vorhanden ist.

Bis dato aber sperrte sich die Magdeburger Abwassergesellschaft. Nun scheint sie einzulenken, soll nämlich das Abwasser der acht Glindenberger Haushalte, nachdem die baulichen Voraussetzungen geschaffen sind, in das Magdeburger Netz eingeleitet werden.