Entdeckungen in der Natur vor der eigenen Haustür machen Hermsdorfer Grundschüler seit Anfang Mai mit Rolf Zimmermann. Der Bundesfreiwillige des Naturschutzbundes (Nabu) lädt ein zum Experimentieren, Basteln und Beobachten.

Hermsdorf l Die Kindern bündeln Schilfhalme und Markstängel, sie sägen ein Holzdach zu, bereiten ein Bett aus schmierigem Lehm für die Holziegel und Baumscheiben. Ein Insektenhotel ist ihr Ziel. Ihr Baumeister hilft, wo er kann und erklärt jeden "Baustein" mit Geduld.

Ein gutes Dutzend junger Naturfreunde kommt immer dienstags zu Rolf Zimmermann ins Hermsdorfer Kinder- Jugend-Kunst-Atelier. Die Atelierwerkstatt im Mehr-Generationen-Haus liegt einen Steinwurf von Hort und Grundschule entfernt und bietet viel Platz zum Experimentieren und Basteln. Aber nur bei schlechtem Wetter.

"Wenn es nicht wie aus Kannen gießt, gehen wir hinaus, um Naturerscheinungen zu beobachten, Pflanzen und Tiere zu entdecken und zu untersuchen. Die Kinder lieben diese Ausflüge", berichtet Zimmermann. Mit Becherlupe, Fernglas und Kescher geht es dann raus in die freie Natur.

Im Gersdorfer Kessel haben seine Schützlinge Fasane aufgestöbert, an den Hängen am Dorfrand Fuchslöcher ausfindig gemacht, sie haben Schmetterlinge wie den Waldbräunling, den Schachbrett- und den Zitronenfalter entdeckt. Ortstypische Pflanzen wie die Wiesenglockenblume und der Oder-Pfennig, der Buschklee und die Reseda haben die Kinder verzückt.

Im Regenrückhaltebecken - dem übrigens größten stehenden Gewässer im nördlichen Bördekreis - haben die jungen Naturforscher Wasserproben entnommen. "Ich habe immer einen kleines Labor dabei. Wir bestimmen den pH-Wert, die Temperatur des Wassers, auch den Nitrit- und den Nitratgehalt. Ich erkläre dann, was diese Werte eigentlich bedeuten. Die Kinder sind voll bei der Sache", erzählt Zimmermann.

Seine Schützlinge erfahren, dass in diesem Naturparadies bei Hermsdorf viele Waservögel und Amphibien leben, dass sich dort Fischarten wie Saibling, Karpfen und Barsch tummeln und der äußerst seltene Neunstachlige Stichling und der vom Aussterben bedrohte Steinbeißer direkt vor ihrer Haustür schwimmen.

Auch in Barleben und Zielitz hat Zimmermann bereits Arbeitsgemeinschaften für Naturschutz ins Leben gerufen. Neben seinen pädagogischen Aktivitäten ist der Niederndodeleber im Auftrag des Nabu beim Freischneiden entlang von Bachläufen unterwegs, kümmert sich um Baumpflege an Streuobstwiesen und Obstbaumalleen. Als studierter Geologe berät er den Nabu bei Stellungnahmen für die Erweiterung der Zielitzer Kalihalde und er unterstützt junge Leute, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren. Sein Resümee als Bundesfreiwilliger: "Es macht Spaß und ist gut für die Umwelt."