Rottmersleben hat einen neuen Spielplatz. In Eigen-Initiative haben Freiwillige aus dem Dorf und Mitglieder des Kirchspiels Ackendorf-Rottmersleben das Kleinod auf dem Pfarrhof fertiggestellt.

Rottmersleben l Ein kleines Schmuckstück ist er geworden, der Spielplatz im idyllischen Pfarrgarten unter mächtigen Bäumen, gleich neben der früheren Kita. Einige Geräte vom einstigen Kita-Spielplatz haben die Rottmersleber in Eigenregie TÜV-gerecht aufgemöbelt und ihnen einen schmuckes Bett bereitet.

Eine tolle Freizeitinsel für die warme Jahreszeit

Zum Frühjahrsputz im März hatte die Kirchengemeinde Freiwillige des Dorfes aufgerufen, den Grund zu bereiten. Mit einem Radlader hatten Mitglieder des Kirchspiels und Helfer aus dem Dorf einen Wall aufgeschoben. Sitzbänke wurden gezimmert. Auf die plangeschobene Fläche wurde ein Vlies aufgebracht und darüber feiner Spielsand verteilt.

In den Folgewochen wurde das Spielparadies komplett. Eine Feuerstelle zum Grillen ist entstanden, Torwand, Basketballkorb wuchsen in die Höhe. "Wir haben so manche Stunde hier verbracht und geschwitzt", betonte Ortsbürgermeister Hans Eike Weitz, der auch Vorsitzender des Kirchspiels Ackendorf-Rottmersleben ist.

Weitz selbst hat ein mächtiges Kreuz mit Schlange gezimmert, das am Rande des Spielplatzes thront. Missioniert werden soll hier aber niemand. "Die Kinder kommen auch so sehr gern hier her", betonte Weitz. Das vor einigen Jahren mit Hilfe von Fördermitteln ausgebaute Internet-Café im Fachwerkhaus auf dem Pfarrgrundstück hat sich zu einer Anlaufstelle vor allem für Grundschüler gemausert.

Weitz warnt vor Aus nach Schließung der Schule

Annette Wolter, die Frau von Pfarrer Thomas Wolter, betreut die bis zu 40 Kinder, die regelmäßig auf den Pfarrhof strömen. "Unser Kinder- und Teenie-Kreis ist wirklich sehr beliebt. Wir reden und spielen, wir essen zusammen und lassen es uns im Miteinander gut gehen. Auch die Christenlehre gehört zum Programm", berichtete Wolter. Die Bedingungen im Internet-Café seien gut, aber im Sommer drängen alle nach draußen. "Diesem Drang haben wir jetzt eine bunte Antwort im Grünen gegeben", betonte Weitz.

Der Vorsitzende des Kirchspiels befürchtete im gleichen Atemzug: "Schade, dass dieses Angebot bei einem Wegfall der Grundschule zum Tode verurteilt wäre. Bisher können die Kinder gleich nach der Schule zu Fuß hierher kommen. Ist die Schule woanders, werden sich die Kinder nach dem Unterricht zerstreuen, von den Eltern hier- und dorthin abgeholt. Es wird nicht mehr der Treffpunkt nach der Schule sein wie bisher."

Mit Freude eroberten die Rottmersleber Kinder ihr neues Paradies. Pfarrer Thomas Wolter wirbelte mit der Grillzange. Über dem offenen Feuer dampfte Gulasch im Kessel. Bei selbst gebackenen Muffins, Salaten und viel Brause labten sich die kleinen und großen Gäste. Und wem nach frischem Wasser war, der stillte seinen Durst am neu eingeweihten Kinder- und Pilger-Trinkbrunnen direkt am Eingang des Internet-Cafés unweit der Jakobuskirche.