Bei Kaiserwetter feierte der "Eichenbarleber Schützenverein von 1994" sein 20. Park- und Schützenfest. Höhepunkt war am Sonntag die Proklamation des Schützenpaares. Heidrun Nachtweide holte sich bei den Damen die Krone. Schützenkönig wurde Nico Brink.

Eichenbarleben l 22 Gramm Mehl zünden 40 Gramm Schwarzpulver - ein Böller kracht aus der Kanone in den blauen Bördehimmel. Der Startschuss für den traditionellen Festumzug der Eichenbarleber Schützen ist gefallen. Paradeoffizier Harry Witzke führt mit Schwert und Federhut den bunten Tross der Schützenschar aus der ganzen Region an. Mit Thomas Webel und Holger Stahlknecht mischen sich auch zwei Landesminister in den Zug. Das Park- und Schützenfest versprüht 19Jahre nach seiner Wiederauferstehung pure Freude.

Tradition feierte nach der Wende Wiederauferstehung

1995, ein Jahr nach ihrer Vereinsgründung, hatten den Eichenbarleber Schützenschwestern und -brüder an eine alte Tradition angeknüpft. Schon in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts hatte der frühere Landwehrunterstützungsverein Eichenbarleben (kurz "LuverEich") ein Fest im Schlosspark veranstaltet.

Inzwischen ist das Park- und Schützenfest der Jahreshöhepunkt in Eichenbarleben. Drei Tage lang feiern die Schützen ihre Tradition, ihren Sport und ihr Vereinsleben. Dann gleicht der Schlosspark einem Jahrmarkt. Schausteller laden an Buden und Fahrgeschäfte, historische Traktoren und Landmaschinen der Schlepperfreunde "Kolbenglück" glänzen unter mächtigen Bäumen. Die Eichenbarleber Blasmusikanten spielen auf, urige Stimmung schwappt über die Biertische.

Höhepunkt ist die feierliche Proklamation und Krönung der Hoheiten. Beim Königsschießen eine Woche vor dem Fest entscheiden die drei besten von fünf erlaubten Schüssen über die Vergabe der einjährigen Schützenmacht. Die Frauen schießen mit dem Kleinkaliber, die Männer mit dem Karabiner, die Schützenjugend mit den Luftgewehr. Noch Minuten vor der Verkündung kennt nur der Vereinsvorsitzende Werner Dolle die Namen der neuen Würdenträger.

Die Verkündung der Schützenhoheiten ist seit 18 Jahren die Sache von Schatzmeister Jürgen Schäfer. Mit Tusch und großem Jubel wurde das neue Schützenpaar Heidrun Nachtweide und Nico Brink inthronisiert. Erste und Zweite Dame (Platz 2 und 3) wurden Stefanie Brink und die ehemalige Schützenkönigin Marina Bliss. Sven Rohmann wurde Erster Ritter, Hans-Peter Nachtweide Zweiter Ritter. Damit schafften es zum ersten Mal zwei Ehepaare unter die ersten Sechs.

Verein ist bekannt für sein gemeinnütziges Wirken

Über den Titel des Jugendschutzenkönigs und der -königin freuten sich Carl Schäfer und Isabel Holfeld. Beim Kinderkönigsschießen gewann Laura Puschmann vor Rick Schalck und Justin Morris.

Das neue Schützenpaar und die zwei Ritterpaare tanzten eine Ehrenrunde, dann gab es wie gewohnt Freibier.

Das bierselige Treiben bei der Schützenkrönung ist nur ein Ausschnitt aus dem Potpourri, das den Verein das ganze Jahr über ausmacht. Mit mehr als 70 Mitgliedern aus Dörfern der ganzen Umgebung zählt der Verein zu den größeren Schützengilden im Landkreis und hat eine stattliche Nachwuchsabteilung.

Der Schützenverein gibt Kindern und Jugendlichen ein Hobby, versteht sich ganz und gar nicht als schießwütig, sondern als Sport- und Traditionsgemeinschaft, die bekannt ist für ihr bürgerschaftliches Engagement. Seit Jahren richten die Eichenbarleber ein Benefizschießen für einen gemeinnützigen Zweck aus, halfen so Familien mit schwerkranken Kindern, spendeten für Pflege- und Behinderteneinrichtungen.

Hinzu kommen zahlreiche sportliche Wettkämpfe wie Kreis- und Landesmeisterschaften auf dem heimischen Schießstand. Ihre Besten fuhren schon zu Deutschen Meisterschaften. Mit Marina Bliss hat der Verein auch eine ehemalige Bundesschützenkönigin in seinen Reihen. Darauf ließen es die Kanoniere Detlef Tafelski und Nico Brink zur Proklamation noch einmal ordentlich krachen.

   

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