Die Freundschaft zwischen der Wolmirstedter Gutenberg-Schule und der Schule Gunarathana in Sri Lanka geht in das zehnte Jahr. Seit der Tsunami-Katastrophe 2004 überbringt die ehemalige Gutenberg-Schulleiterin Christina Schleef Spenden. Gerade ist sie wieder von einer Reise zurückgekehrt.

Wolmirstedt l Christina Schleef hat sich aus dem Schuldienst verabschiedet. Als Kontaktperson pendelt sie jedoch weiterhin zwischen der Wolmirstedter Gutenberg-Schule und der Gunarathana-Schule in Sri Lanka hin und her. Bei ihrer jüngsten Reise hatte sie 46 Briefe und 127 Euro von den Gutenberg-Schülern im Gepäck. Von dem Geld hat Christina Schleef in Sri Lanka für die Viertklässler der Gunarathana-Schule gefüllte Federtaschen gekauft, außerdem für die Schule Volleybälle und eine Stoppuhr.

"Eigentlich wollten wir Lunchboxen anschaffen", sagt Christina Schleef, "weil wir gesehen haben, dass die Kinder und die Lehrerin den Reis aus zu Papiertüten gedrehtem Zeitungspapier aßen, aber die wären zu teuer geworden." Die Federtaschen kamen gut an, genau wie die Briefe. Auf dem Rückflug hatte Christina Schleef bereits die Antworten dabei. "Besonders über die Fotos ihrer Brieffreunde haben sich die Gutenberg-Schüler gefreut", sagt sie.

Diese geknüpften Freundschaften sollen weiter gepflegt werden. "Wir waren uns einig, dass in Sri Lanka auch fast zehn Jahre nach der Flutkatastrophe noch immer Hilfe gebraucht wird", sagt Christina Schleef. Die Unterstützung der jetzigen Schulleiterin Doreen Haensch ist ihr dabei gewiss.

Familie Schleef ist in den 1990-er Jahren erstmals in das kleine Land im Indischen Ozean gereist, auf Empfehlung der Dame aus dem Reisebüro. Dass diese Reise ihrem Leben dauerhaft eine weitere Facette bescheren sollte, ahnte die Familie damals noch nicht. In Sri Lanka freundete sich Töchterchen Julia, die damals neun Jahre alt war, mit Deepa, einem einheimischen Mädchen an. Seither ist Sri Lanka nicht mehr das Land, in dem Schleefs ihren Urlaub verbringen, sondern das Land, in dem Deepa mit ihrer Familie lebt. Aus Julia und Deepa sind längst junge Frauen geworden, Mütter sogar, deren Freundschaft geblieben ist. Seit dem ersten Kennenlernen ist Deepa das Patenkind der Familie Schleef. Für ihre Bildung war somit immer gesorgt.

Den Wendepunkt von der persönlichen zur Schulpatenschaft brachte die Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004. "Als ich nach den Weihnachtsferien wieder in die Gutenberg-Schule kam, keimte bei den Kindern der Gedanke zu spenden", erinnert Christina Schleef.

Eine Schule, die nah am Ufer gestanden hatte und vollständig weggespült worden war, sollte unterstützt werden. "Die Kinder waren in einem Tempel untergekommen, sie saßen ganz eng nebeneinander auf den Bänken", erzählt Frau Schleef. Doch die Schule war bald wieder mit Hilfe anderer Länder aufgebaut, also machten sich Karl und Christina Schleef mit dem Fahrrad auf den Weg, um eine andere Schule zu suchen, die Hilfe braucht. "Wir fanden die Gunarathana-Schule im Busch." Sie war nicht weggespült worden, aber dort lernten viele Kinder, die mit der Flut ihre Eltern verloren hatten und bei Verwandten lebten. "Damals wurden dringend Musikinstrumente gebraucht", hatte Christina Schleef erstaunt zur Kenntnis genommen. Inzwischen weiß sie, wie wichtig Tanzunterricht in Sri Lanka ist.

Gar nicht wichtig hingegen sind Schultüten zur Einschulung. Die will sie den Erstklässlern trotzdem bringen, wenn die Anfang Januar eingeschult werden. Beim Basteln sollen die Gutenberg-Schüler helfen.