Gleich doppelt Grund zum Feiern hat es am Mittwoch in der Senioren-Wohnanlage Dolle gegeben. Während Frieda Degener ihren 100.Geburtstag im Kreise ihrer Mitbewohner feierte, konnten Paula und Wolfgang Freimann auf 65 Jahre Eheglück zurückblicken.

Dolle l "Es muss hier eine gute Atmosphäre herrschen, dass die Menschen hier so alt werden", resümierte der Bürgermeister der Gemeinde Burgstall, Sigurd Heimann, als er gestern Frieda Degener in der Senioren-Wohnanlage "Sonnenhof" in Dolle einen Besuch abstattete. Die Seniorin vollendete ihr 100. Lebensjahr. Aber sie erklärte auch, dass sie sich längst nicht wie 100 fühle.

Bis zu ihrem 96. Lebensjahr hat Frieda Degener auch noch in ihrem eigenen Haushalt in Burgstall gelebt. Im Dorf kannten sie viele, denn ihre Brötchen hat sie stets in ihrem Heimatort verdient, war lange Jahre in der Besenbude, beim Fleischer und als Rentnerin dann auch noch in der Schule beschäftigt. "Mein Mann ist früh gefallen", erinnerte sie sich. Dennoch weiß die alte Dame bis heute eine große Familie hinter sich. Drei Kinder hat sie großgezogen, heute kann sie sich auch über zehn Enkel, zwölf Urenkel und acht Ururenkel nebst Familien freuen. Alle wird sie am Wochenende begrüßen können, denn dann wird ganz in Familie gefeiert. Und vielleicht erzählt Frieda Degener dann auch, dass ihr gestern nicht nur ihre Mitbewohner gratuliert haben, sondern auch Joachim Hoeft vom Landkreis Börde, der die Grüße des Landrates überbrachte, und Christian Meseberg von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Elbe-Heide in Vertretung des Verbandsgemeindebürgermeisters Thomas Schmette. Ebenso kam Uwe Jauch, Superintendent des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt zum Gratulieren. Und der Singekreis der Senioren-Wohnanlage hatte ein fröhliches Lied auf den Lippen.

Zwei ihrer Lieder stimmten die Sängerinnen auch nebenan bei den Freimanns an. Genau an dem Tag, als Frieda Degener ihren 35. Geburtstag feierte, hatte Paula Freimann (heute 86) ihrem Wolfgang (heute 91) bei schönstem Wetter ihr Ja-Wort gegeben und ewige Treue geschworen. Diese Treue hält bis heute an, so dass sie gestern das Fest der Eisernen Hochzeit begehen konnten.

Paula Freimann erinnert sich noch gern an den gutaussehenden jungen Mann, der vor etwas mehr als 65 Jahren in das Haus gezogen war, in dem sie wohnte. Bei der ersten Begegnung habe er freundlich "Guten Tag" gesagt und sie habe beschlossen, an ihm dranzubleiben. "Den wollte ich mir schnappen", sagte sie gestern rückblickend, um dann gleich festzustellen: "Und ich habe einen guten Griff getan." Ihr Wolfgang nickte lächelnd, während seine Frau an ihr "süßes" Brautkleid von damals dachte. "Meine Mutter hatte den Stoff noch von vor dem Krieg zu liegen gehabt", erinnerte sich die eiserne Braut an die Vorbereitungen der Hochzeit.

Auf ihrem gemeinsamen Lebensweg hat das Paar nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen durchgestanden. "Der Sinn einer Ehe ist, alles gemeinsam zu tragen", betonte der Ehemann. Drei Kinder sind aus der Ehe hervorgegangen, heute ist auch die Freude über drei Enkel und drei Urenkel groß.

Einer der Enkel hat Oma Paula und Opa Wolfgang auch darauf gebracht, ins Betreute Wohnen nach Dolle zu ziehen. Und so wurden die Freimanns, die einst aus Magdeburg kamen, nach einer Zwischenstation im Havelland in Dolle sesshaft. "Wir sind seit 2012 hier und froh, dass es so etwas für ältere Menschen gibt. Wenn wir Hilfe brauchen, haben wir notfalls den Notknopf", fasste Wolfgang Freimann zusammen, bevor seine Frau von der idyllischen Umgebung zu schwärmen begann: "Den großen Zauberwald haben wir direkt hinter dem Haus."

Hier, wo sie sich, wie sie sagen, wohlbehütet und entspannt fühlen, genießen beide nun ihr Rentnerdasein. "Wir leben heute ist unsere Devise", sagte Wolfgang Freimann. Und so nutzen sie auch zahlreiche der Angebote zur Unterhaltung, die ihnen in der Senioren-Wohnanlage geboten werden.

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