Das Niederndodeleber Freibad mausert sich zum Magneten für Wasserballer. Den Magdeburger Bundesligaspielern folgte nun der Nachwuchs vom SV Halle. Die Gäste schwärmen von den Bedingungen im Schrotetal.

Niederndodeleben l Zum ersten Mal haben 25 junge Hallenser Wasserballer zwischen 8und 18Jahren ihre Zelte im Schwimmbad "Schrotetal" aufgeschlagen. Thomas Stefanek vom Niederndodeleber Schwimmbadverein hatte einem früheren Studienkollegen vom SV Halle den Trainingsausflug in die Börde vorgeschlagen.

Bestes Klima am Becken

"Im Sommer sind die Hallenbäder ja zu, hier sind wir zum ersten Mal und sind begeistert", lobt Robert Brode, der stellvertretende Abteilungsleiter der Hallenser Wasserballer. Brode ergänzt: "Wir sind hier bestens aufgenommen worden. Der Schwimmbadverein kümmert sich um uns. Aus dem Dorf bringen die Leute manchmal einen Imbiss vorbei, das ganze Schwimmbadteam hilft, wo es geht."

Neben den Trainingsspielen im Wasser bieten Brode zufolge die Außenanlagen beste Voraussetzungen fürs Landtraining. Beinkraft und Körpergefühl kann auf dem Rasen trainiert werden, es gibt genug Platz zum Laufen und für Gymnastik.

Ihr Essen kochen die Wasserballer im Camp selbst. Auch hier hat der Schwimmbadverein mit einigen Geräten ausgeholfen. "Das ist ein tolles Klima hier, wir fühlen uns pudelwohl und kommen gern wieder", erklärt Brode und lässt seinen Blick über das hektische Treiben zwischen den Wasserballtoren schweifen.

"Als Randsportart setzen wir im Verein und besonders beim Nachwuchs auf das Gefühl, Teil einer Familie zu sein. Jeder, ob dick oder dünn, ob kräftig oder schlaksig, ob groß oder klein, wirklich jeder kommt ins Wasser, jeder spielt bei uns eine Rolle. Das spüren die Kinder und die Jugendlichen", unterstreicht Brode. Mit ihm sind weitere zehn Betreuer nach Niederndodeleben gekommen. Dazu gehören mit Peter Gaudig und Heiko Wünsch zwei gestandene SVH-Handballer, die die glorreichen Zeiten des Vereins miterlebt haben, als der SV Halle sieben Mal DDR-Meister und neun Mal Pokalsieger wurde. Heute fliegen die Zwei mit anderen Hallenser Teamkollegen zu den Masters nach Kanada. Dort spielen sie in der Altersklasse Ü45 um den Weltmeistertitel.

Jeder spielt eine Rolle

Viel wichtiger als die Lorbeeren auf dem Siegertreppchen ist der bunten Truppe aber das Wir-Gefühl und das Streben, die 70Kinder der Nachwuchsabteilung bei der Stange zu halten. "Dafür ist dieses Trainingslager perfekt", betont Brode. Die Kinder spielen in gemischten Teams, ältere spielen zusammen mit jüngeren in einem Team. Die Tore der Kleinen zählen mehr als die der Großen. Auch Mädchen haben beim SVH in der von Männern dominierten Sportart ihren Spaß. Und darauf kommt es an!