Zwölf Jungs aus ganz Sachsen-Anhalt haben im Bildungs- und Freizeitzentrum (BFZ) eine Woche ganz unter Männern verbracht. Bei sportlichen Aktivitäten sind sie an ihre Grenzen gegangen.

Wolmirstedt l Der zehnjährige Cedric drückt den Schaft des Gummistiefels zusammen. Die Jungenhand kann ihn kaum umschließen. Trotzdem holt Cedric weit aus und schleudert den Stiefel fast 15 Meter weit. Die älteren Jungs werfen weiter. "Sei nicht traurig", sagt Betreuer René Thrömer, "wir werten nach Altersklassen aus." Schon sieht der rothaarige Junge seine guten Chancen auf einen vorderen Platz und strahlt bis über beide Ohren.

"Alle Jungs hier powern sich gerne aus", sagt Betreuer Stefan Riemann, "und alle gehen gern an ihre Grenzen." Die Grenzen haben sie vor allem bei ihren Ausflug in den Kletterpark getestet. "Das war für alle der absolute Höhepunkt", weiß der Betreuer.

"Bei uns sollen die Jugendlichen was für das Leben lernen", sagt Kerstin Dauskart, Einrichtungskoordinatorin im Bildungs- und Freizeitzentrum, "deshalb werden unsere Angebote stets pädagogisch begleitet." Das Pädagogische dient auch dem Ziel der Paritätischen Integral GmbH, der Trägergesellschaft des BFZ. Sie will sich fest in der Bildungslandschaft Sachen-Anhalts und darüber hinaus verankern.

Betreuer René Thrömer passt gut ins Konzept. Er hat gerade seine Erzieherausbildung abgeschlossen und geht demnächst ins Anerkennungsjahr. Das Bildungs- und Freizeitzentrum ist ihm schon vorher nicht fremd gewesen. In der Einrichtung hat er bereits seinen Bundesfreiwilligendienst abgeleistet, noch vor der Erzieherausbildung. "René Thrömer war 2011 der erste in Sachsen-Anhalt, der einen Vertrag für den Bundesfreiwilligendienst unterzeichnet hat", erinnert sich Kerstin Dauskart, "damals gab es reges Interesse von Radio und Fernsehen."

Stefan Riemann ist ebenso passend. Er ist schon Erzieher und absolviert gerade sein Anerkennungsjahr, ist im Rahmen dessen im BFZ unterwegs.

"Die Angebote in unserem Haus sollen mehr sein, als gemeinsames Badengehen", sagt Kerstin Dauskart. Die Jungs besuchten das Wasserstraßenkreuz, es gab Gesprächsrunden und wie es sich für "echte Kerle" gehört, hat die Gruppe auch eine Nacht im Zelt verbracht. Genauer gesagt im Tipi, das auf dem Hof des BFZ dauerhaft steht.

Der elfjährige Jonathan Dolle aus Magdeburg sieht seine Abenteuerlust nach der Jungen-Woche fürs erste gestillt. "Die Ausflüge haben sehr viel Spaß gemacht, vor allem, weil wir viel mit dem Fahrrad unterwegs waren."

Der zwölfjährige Jan Sedlak aus Altenweddingen hat vor allem die Freiheit vom Alltag genossen. "Ich wollte mal weit weg von der Schule sein und auch von zu Hause", sagt er, "es war toll, dass wir hier so viel unternommen haben."

Für die Jungs war es eine abenteuerliche Woche, aber auch eine Woche ganz ohne Mädchen. "Niemand, der einen rumkommandiert", strahlt Jan, "das war entspannt."

Während dieser entspannten Abenteuerwoche wurden viele Fotos geschossen. "Die schicken wir den Eltern der Jungs als eine Art Dokumentation der Ferienwoche", sagt Kerstin Dauskart, "sie sollen teilhaben an dem, was ihre Jungs erlebt haben."

Das Abenteuercamp für Jungen wurde vom Landesjugendamt gefördert und außerdem durch Teilnehmerbeiträge finanziert.

In der kommenden Woche sind die Mädchen dran. Sie werden dann ebenso unter sich sein, wie in der vergangenen Woche die Jungen. Allerdings folgen sie dann einem anderen Programm. Tanzen, ein Fitnessprogramm und eine Phantasie-Expedition zu den Sternen werden ihre Ferientage prägen.