Seit zehn Jahren tollen Mädchen und Jungen durch das "Kinderparadies" in Niederndodeleben. Anfängliche Hürden sind überwunden. Die Gründerinnen der Einrichtung, Heidrun Schwaneberg und Doreen Wunderling, haben ihren mutigen Schritt von einst bis heute nicht bereut.

Niederndodeleben l Heute mag man es kaum noch glauben, wenn die Leiterin Heidrun Schwaneberg von den Anfängen im "Kinderparadies" vor zehn Jahren berichtet: "Als wir damals angefangen haben, hatten wir vier Kinder." Im Gegensatz dazu tollen heute 41 Kinder von einem Jahr bis zum Schuleintrittsalter durch das Haus in der August-Bebel-Straße, das schon vor der politischen Wende ein Kindergarten war. Die Plätze, die die Schulanfänger jetzt freigemacht haben, sind schon wieder belegt.

Dabei war der Anfang alles andere als einfach. So waren es nicht nur in den Weg gelegte Steine, die überwunden werden mussten, sondern teilweise auch meterhohe Hürden. Die erste Betriebserlaubnis im Jahr 2004 bezog sich auf 17 Kinder. Die untere Etage des Kindergartens war dafür in mühseliger Arbeit fit gemacht worden. Und die Mühe hat sich gelohnt, denn schon Anfang des kommenden Jahres sollten alle 17 Plätze vergeben sein. "Und die Nachfrage ließ nicht nach, so dass wir schon zwei Jahre später auf 36 Kinder erweitert haben", blickt Heidrun Schwaneberg zurück. Heute weiß sie vier weitere Erzieherinnen und eine pädagogische Hilfskraft bei der Betreuung der Kinder hinter sich.

Den Schritt, den sie vor zehn Jahren gemeinsam mit Doreen Wunderling, die auch heute noch zum Erzieherteam gehört, gewagt hat, hat sie nicht bereut. Inzwischen hätten, so Heidrun Schwaneberg, auch alle Skeptiker von einst gemerkt, dass sie genau das machen, was sie immer gesagt hatten. "Es geht uns um das Wohl der Kinder", unterstreicht die Kita-Leiterin.

Ein wichtiges Bindeglied in der täglichen Arbeit sind auch immer die Eltern und die Großeltern, von denen nie ein "Nein" kommt, wenn sie um Hilfe gebeten werden. Heidrun Schwaneberg erzählt von Unternehmungen und Projekten, bei denen die Eltern eine wichtige Stütze sind. Zum Beispiel gibt es jedes Jahr im Juli eine Abschlussfahrt zum Ende des Kindergartenjahres für die älteste Gruppe. Diesmal ging es mit den Kindern mit dem Bus nach Atzendorf. Um den Rücktransport und auch die Versorgung brauchten sich die Erzieher keine Sorgen zu machen, denn die Eltern kamen hinterher. So erlebten auch die vier Kinder, die im September eingeschult werden und nun bereits Hortkinder sind, einen schönen Tag zum Abschluss ihrer Kindergartenzeit.

Ebenso gut kam bei den Ältesten der Einrichtung das Projekt "Berufe" an. Unterstützung gab es dabei nicht nur von den Eltern, sondern auch von ortsansässigen Betrieben. So konnten die Kinder bei der Feuerwehr, bei der Firma Auma, bei der Post und beim Möbelservice hinter die Kulissen schauen. Und selbst der Puppendoktor kam in das "Kinderparadies".

"Der Zuspruch der Eltern und Großeltern wertet unsere Arbeit auf und macht das Arbeiten auch angenehmer, ohne sie wäre vieles nicht möglich", betont Heidrun Schwaneberg noch einmal. Auf offene Ohren stoßen sie und ihre Kollegen auch stets bei der Gemeinde.

Viele der Unterstützer haben sich am Freitag auch in die Gratulantenschar eingereiht. Sie gratulierten und dachten mit dem Kindergartenteam an die teilweise turbulenten Zeiten in den vergangenen zehn Jahren zurück. Ebenso überzeugten sie sich vom Können der kleinen "Kinderparadies"-Knirpse, die ein kleines kulturelles Programm einstudiert hatten.

Und die Kleinen sind nicht nur musikalisch, sondern in ihnen steckt auch eine ganze Menge Kreativität. Das bewies eine Wimpelkette, die die Eltern mit ihren Kindern zu Hause gebastelt und dann auch heimlich zur Überraschung der Erzieherinnen auf dem Hof aufgehängt hatten. "Jedes Kind hat ganz individuell seinen Wimpel gestaltet", so Heidrun Schwaneberg, die verspricht, dass diese Wimpelkette nun einen Ehrenplatz bekommen wird. Für ihren Einsatz hatten sich die "Kinderparadies"-Knirpse verdient, mit ihren Eltern und Erziehern zu feiern, Zuckerwatte zu naschen und auch die eine oder andere Runde mit dem Karussell zu fahren.

Unterdessen wird auch noch ein weiterer Höhepunkt anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Einrichtung geplant. Im September soll es einen Elternball geben.

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