Ebendorf l Auf diesen Augenblick hatten sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ebendorf seit langer Zeit gefreut: die Übernahme eines niegelnagelneuen, hochmodernen Löschfahrzeuges. Bei Temperaturen um die 30 Grad hatten sich die Ebendorfer Blauröcke und zahlreiche Gäste am Sonnabend vor dem Feuerwehrgerätehaus eingefunden.

Als sich Punkt 11 Uhr mit lauter Sirene das neue Fahrzeug näherte, war die Vorfreude riesig. "Es ist für uns ein schöner Tag und wir freuen uns sehr, dass befreundete Wehren aus der Niederen Börde, Olvenstedt und Zielitz sowie die Kleinen aus der Kita dieses besondere Ereignis mit uns feiern", sagte Wehrleiter Lutz Pechbrett. Außerdem begrüßte er Franz-Ulrich Keindorff, Bürgermeister der Gemeinde Barleben, Ebendorfs Ortsbürgermeister Manfred Behrens sowie Kreisbrandmeister Kai Pluntke aus Wanzleben.

Bevor die offizielle Schlüsselübergabe an Gerätewart Matthias Lange erfolgte, erinnerte Keindorff an den Unfall am 14. Juli 2010, der die Neuanschaffung notwendig machte. Damals erlitt ein Tanklöschfahrzeug auf der Fahrt zu einem Einsatz Totalschaden, zum Glück ohne Personenschaden. Vier Jahre hat es dann gedauert, das Ersatzfahrzeug zu besorgen. Das Warten aber hat sich gelohnt. Für 315400 Euro erwarb die Gemeinde nach EU-weiter Ausschreibung den HLF 2030 und handelte für den Lieferverzug von einem Jahr eine zusätzliche Feuerwehrausstattung in Höhe von 16500 Euro aus.

"Das Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug hat eine Pumpenleistung von 2000 Litern pro Minute und einen 3000-Liter-Tank. Besondere technische Einbauten sind der Einbaugenerator mit 23 kw-Leistung, ein Schaum-Wasserwerfer auf dem Dach, Überdruck-Pressluftatemgeräte, eine Rettungsplattform für Lkw-Unfälle sowie ein besonderes Beleuchtungsgerät sowie automatischer Defibrillator und Wärmebildkamera", zählte der Bürgermeister auf. Freuen können sich auch die Mitglieder der Meitzendorfer Feuerwehr. Sie bekommen das bisher von Ebendorf genutzte Löschfahrzeug 8/6. Das verfügt unter anderem über eine vierteilige Streckleiter und eine 12,20 Meter hohe Rettungsleiter, sechs Pressluftatemgeräte, Tragkraftspritze und 300-Meter-Wasserschlauch.

Wie Franz-Ulrich Keindorff betonte, könne Meitzendorf nun zum ersten Mal eine komplette Löschgruppe zum Einsatz bringen, weil das Fahrzeuge über neun Sitzplätze verfügt. "Das bedeutet eine erhebliche Steigerung der Einsatzkraft", sagte Keindorff.

Obwohl sich alle wünschen, dass die Fahrzeuge überhaupt nicht zum Einsatz kommen, muss alles getan werden, um die ständige Bereitschaft zu gewährleisten. Aus diesem Grund lenkte Manfred Behrens den Fokus auf die Jugendwehr. "Die Arbeit mit dem Nachwuchs ist auch deshalb wichtig, weil das neue Fahrzeug auch von der nächsten Generation genutzt werden soll."

Kreisbrandmeister Kai Pluntke bedankte sich für die bedeutsame Investition durch die Gemeinde. "Es ist angesichts der Finanzprobleme der Gemeinden nicht mehr oft möglich, solch ein hochwertiges Gerät anzuschaffen." All dies waren Gründe genug, dass zum Abschluss noch lange und kräftig gefeiert wurde.