Ebendorf l Bei hochsommerlichen Temperaturen haben sich die 57 Mitglieder der Kleingartensparte "An der Windmühle" aus Ebendorf am vergangenen Sonnabend zum Sommerfrühschoppen getroffen. Gegen 10 Uhr wurde das erste Bier gezapft und angestoßen. Gern gesehener Gast war Ortsbürgermeister Manfred Behrens, der sich sehr darüber freute, dass die Kleingärtner beim Dorf- jubiläum im nächsten Jahr "auf jeden Fall aktiv dabei sein werden", wie Vereinsvorsitzender Christian Thiele versprach.

"Zu DDR-Zeiten ging es in erster Linie um die Eigenversorgung, heute ist es hauptsächlich der Erholungseffekt."

Christian Thiele, Vereinsvorsitzender

Die Gartenanlage am südlichen Dorfrand gibt es bereits seit 1948. Namensgeber war eine Windmühle, die früher einmal in der Nähe stand. Die Mühle ist schon lange verschwunden, geblieben aber ist die Freude an einem Kleingarten. "Zu DDR-Zeiten ging es in erster Linie um die Eigenversorgung mit Obst und Gemüse, heute ist es hauptsächlich der Erholungseffekt", sagt Thiele. Von den 67 Parzellen sind 57 belegt, das sei eine durchschnittliche Auslastung. 80 Prozent der Kleingärtner kommen aus Magdeburg, hauptsächlich Olvenstedt, was ja die Nachbargemeinde Ebendorfs war. 1979 wurde der Ort in die Landeshauptstadt eingemeindet.

Bevor die Kleingärtner und ihre Familienangehörige sich am Grill stärken konnten, war Zeit für den üblichen Plausch unter Gartennachbarn, aber auch ein großes Projekt sorgte für Gesprächsstoff. Auf das ist der Ortsbürgermeister stolz. "Wir haben hier sechs benachbarte Gärten, die leer stehen. Diese 3600 Quadratmeter wollen wir zu einer ,Straße der alten Obstsorten` entwickeln." Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen, wie sie früheren Generationen schmeckten, und die fast ausgestorben sind, sollen hier wieder gedeihen.

Der Antrag auf Förderung in Höhe von 25000 Euro ist bereits gestellt. Unterstützt wird das Vorhaben von der Gemeinde Barleben und dem Kleingartenverband des Kreises sowie durch das Leader-Programm für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Gepflanzt werden sollen in den nächsten fünf Jahren - so der Plan für das brachliegende Land - 70 bis 80 Bäume.

Wichtig, so betonen Behrens und Thiele, sei auch, dass die nächste Generation einbezogen wird. Angedacht ist, dass die Kleinen aus der Kindertagesstätte "Gänseblümchen" aus Ebendorf hier einmal erleben, wie Bäume blühen, die Früchte wachsen und später geerntet werden. Manfred Behrens: "Natürlich können sie auch beim Pflücken helfen und kosten, wie gut heimisches Obst schmeckt."