Wolmirstedt l Der gesamte Bestand des Kreismuseums wird seit geraumer Zeit digitalisiert und kann so durch den Außenstehenden über das Online-Portal "museum-digital" aufgerufen werden. Wie Museologin Susanne Oehme in diesem Zusammenhang wissen ließ, kamen ihnen dabei einzelne Stücke in die Hand, die wertvoll, aber in einem schlechten Zustand sind.

Genau aus diesem Grund steht seit einigen Wochen im Foyer des Museums eine kleine Vitrine. Wie die Museologin erläuterte, liegen darin mehrere Teile einer Porzellanscheibe. "Wir haben hier eine sogenannte Lithophanie aus unserer Sammlung ausgestellt. Es ist eine sehr dünne Porzellanscheibe mit einem geprägten Motiv. Das Bild zeigt einen verletzten Mann, der von zwei Frauen beim Gehen gestützt wird. Am Bildrand ist noch ein kleiner Junge zu erkennen, der mit einem Hund spielt. Früher waren diese Porzellanscheiben als Dekoration sehr beliebt. Durch den Lichteinfall im Fenster oder durch Kerzenschein kommt das Motiv erst richtig zur Geltung. Leider ist das wertvolle Stück zerbrochen. Um sie sachgerecht restaurieren zu lassen, sind wir auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen." Deshalb steht auch auf der Vitrine eine kleine Spendendose. Bisher kamen über 70 Euro zusammen. "Wir freuen uns sehr über das rege Interesse und die Unterstützung der Besucher", so Susanne Oehme. "Allerdings reicht der Betrag noch nicht. Wir benötigen, um das Kunstwerk wieder restaurieren zu lassen, mindestens das Doppelte und hoffen daher auf weitere Spenden." Den Museums-Mitarbeitern liegt das Projekt sehr am Herzen, denn die Lithophanie ist ein kleines Schmuckstück. "Wir freuen uns schon sehr, wenn sie wieder in altem Glanz erstrahlt. Vielleicht findet sie dann einen Platz in der Dauerausstellung."

Wie alt die Lithophanie genau ist, konnte die Museologin aber nicht genau sagen. "Es könnte aber durchaus sein, dass sie bereits seit den Anfangsjahren des Museums in unserem Bestand ist. Dann wäre sie über 100 Jahre alt. Das kleine Kunstwerk selbst stammt aus der Porzellanmanufaktur Plaue in Thüringen, die ihre Produktion im Jahre 1849 aufgenommen hat."