Von Karl-Heinz Klappoth

Meitzendorf l Niemand starb an den Folgen des ungewöhnlichen Wetterschlages. Trotzdem war die Katastrophe für Meitzendorf verheerend und ist noch heute aktuell. Lediglich ein Zehntel der Bausubstanz blieb stehen. Am vergangenen Mittwoch war es 287 Jahre her, dass "ein Wetter-Strahl", wie es in der Chronik niedergeschrieben ist, um 9.51 Uhr das ganze Dorf in ein Flammenmeer verwandelte. Ein Blitzschlag legte Meitzendorf am 6. August 1727, ebenfalls einem Mittwoch, innerhalb von nur zwei Stunden in Asche. Die Kirche mit ihren vier Fuß dicken, aus Feldsteinen aufgebauten Mauern blieb unversehrt. Zwei Hofstellen und zwei kleinere Häuser ebenfalls. "Wobey die göttliche Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue klärlich zu erkennen", kommentierte seinerzeit Pastor und Chronist Jakob Conrad Baldamus die schreckliche Feuersbrunst, die so viel Leid über Meitzendorf gebracht hatte. Nach der Zerstörung ihres Dorfes durch "höhere Gewalt" mussten die Meitzendorfer Wochen, gar Monate lang in den Mauern des Gotteshauses Unterschlupf suchen, bis der Wiederaufbau begonnen hatte.

Pastor Johannes Könitz und der Geschichtskreis Meitzendorf erinnern Jahr für Jahr in der St. Petri-Kirche an einen der schwärzesten Tage in der Geschichte Meitzendorfs. So auch am Mittwoch. Um 9.51 Uhr läuteten die Glocken, da zu dieser Zeit vor 287 Jahren schwere Gewitter tobte und infolge des Blitzschlages fast die ganze Ortschaft niederbrannte.

Zum Nachmittag lud Pfarrer Johannes Könitz zur Andacht ein, ertönte der Posaunenchor Barleben. Nach der Andacht wurden Lieder gesungen, die bereits 1727 in diesem Gotteshaus erklangen. Gegen 17.45 Uhr verließen die Meitzendorfer den sakralen Bau. Nicht wenige von ihnen in historischer Kleidung aus dieser Zeit. Der Zug setzte sich danach in Richtung Ortsteilzentrum "Alter Schulhof" in Bewegung. In der Heimatstube wurden zwei neue Bildtafeln eingeweiht. Sie dokumentieren die Geschichte der Neuen Bahnhofstraße und geben zugleich tiefere Einblicke in die intensive Arbeit der engagierten Mitglieder des Meitzendorfer Geschichtskreises. Vor allem Magarete Berner hatte sich dabei verdient gemacht, die neben der Tiefenrecherche auch die Umsetzung der Aufgabe übernahm.