Die Mitglieder des Eigenbetriebsausschusses besuchten die Friedhöfe von Mose, Farsleben und Glindenberg. Ihre Erkenntnisse sollen in künftige Haushalts- diskussionen einfließen.

Wolmirstedt l Die Pumpe auf dem Glindenberger Friedhof funktioniert wieder. Für rund 2500 Euro wurde sie repariert. Damit ist die Zeit vorbei, in der die Mitarbeiter des Eigenbetriebes Wirtschaftshof jeden Tag einen 1500-Liter-Tank bereitstellen mussten. Doch wegen der Pumpe waren die Mitglieder des Eigenbetriebsausschusses nicht auf den Friedhöfen dreier Ortsteile unterwegs. Sie wollten sich ein Bild über notwendige Investitionen machen. Die Erkenntnisse sollen in künftige Haushalts- diskussionen einfließen.

Der größte Wunsch für die Friedhöfe in Farsleben und Glindenberg ist eine Urnengemeinschaftsanlage. "Die wird es auch noch in diesem Jahr geben", sagt Wilfried Frenkel, Leiter des Eigen- betriebes Wirtschaftshof. Der Glindenberger Ortschaftsrat hatte sich eine Anlage mit 20 Plätzen gewünscht. "Es wäre vielleicht besser, erst einmal eine Zehneranlage zu setzen", sagt Rudolf Giersch (FUWG), "die kann bei Bedarf jederzeit erweitert werden." Schließlich wisse niemand, ob sie angenommen werde. Die seit 2011 in Mose vorhandene Urnengemeinschaftsanlage war ebenso sehr gewünscht worden, ist aber immer noch ungenutzt. Auch Reservierungen liegen bisher noch nicht vor. Somit waren sich die Ausschussmitglieder einig, auch in Glindenberg erst einmal eine Urnengemeinschaftsanlage mit zehn Stellen anzubieten, ebenso in Farsleben. An welcher Stelle der jeweiligen Friedhöfe diese Anlagen entstehen, ist noch nicht letztendlich geklärt.

Im Gegensatz zur Anlage in Mose wird die Urnengemeinschaftsanlage in Wolmirstedt stark nachgefragt. Sie ist seit ihrem Bestehen um 60 Stellen pro Jahr erweitert worden. Inzwischen ist sie auf 360 Urnenfelder angewachsen. Das nächste 60er Feld folgt im Herbst.

Während der Begehung der Friedhöfe haben die Mitglieder des Eigenbetriebsausschusses auch die Trauerhallen begutachtet und Defizite festgestellt. In Mose gibt es keinen Strom. "Die Musik während einer Trauerfeier wird von batteriebetriebenen Geräten abgespielt", sagt Ortsbürgermeisterin Helga Steinig. Ansonsten wurde auf dem Friedhof bereits investiert. Bäume wurden beseitigt und der Weg zur Trauerhalle gepflastert.

In Farsleben gab der Anbau hinter der Trauerhalle Anlass zur Sorge. Der ist sehr schief, das Mauerwerk zeigt dicke Risse. "Und eigentlich wird er auch nicht benötigt", sagt Wilfried Frenkel. Die darin verstauten Stühle könnten dauerhaft in der Trauerhalle verbleiben. Simone Heiß vom Fachdienst Immobilien und Planung hatte große Bedenken, ob der windschiefe Anbau einfach so weggerissen werden könne. "Das muss ein Statiker begutachten", sagt sie, "es kann gut sein, dass beim Abriss des Anbaus der Giebel der Trauerhalle hinterherkommt."

Die Trauerhalle in Glindenberg wirkt auf den ersten Blick sehr gepflegt, doch bei genauerem Hinsehen fallen großflächige Defekte an den Wänden auf. "Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Trauerhallen auch im Winter nicht beheizt werden", sagt Frenkel. Eine regelmäßige Pflege sei unerlässlich.

Mit ihren Erkenntnissen werden die Ausschussmitglieder über die Prioritäten für Investitionen diskutieren. Letztlich entscheiden die finanziellen Mittel der Stadt, ob und wann Reparaturen, Abrisse, Stromverlegungen oder Sanierungen möglich sind. Außerdem muss geprüft werden, wie weit die evangelische Kirche als Eigentümerin dieser Friedhöfe mit ins Boot geholt werden muss.

Die Friedhöfe in Elbeu und Wolmirstedt werden zu einem späteren Zeitpunkt besucht.

Bilder